Einkaufsliste – Updates

Ich habe den nebeligen Nachmittag damit verbracht, fehlerhafte Links und verstorbene Firmen rauszulöschen. Auch sind einige neue Links hinzugekommen, insbesondere möchte ich auf den Absatz “UK- (und ähnliche) Händler” verweisen. Die alten Hasen unter Euch werden wohl die Nase rümpfen, aber für Einsteiger in die Szene sind das genau die interessanten Links. Für Euch alten Hasen habe ich aber auch so Gimmicks eingebaut, wie zB. die chirurgischen Werkzeuge, Kabelbinder aus Edelstahl, und Anderes – schaut es Euch einfach mal an: Einkaufsliste (Register ganz oben auf der Seite)

The Acute Tool Sharpening System

Nachdem mich das permanente Herstellen von Fräsenbauteilen schon ganz leicht anwidert, habe ich es soeben getan und mir neue Arbeit gekauft.

Irgendwo in einem Nachbarforum wurde ich unlängst auf das Acute Tool aufmerksam und so war ich bald fasziniert von den Eigenschaften, verbunden mit der Einfachheit, aber zu viel geringeren Kosten als mich andere Geräte (z.B. einer Stichelschleifmaschine) kosten würden. Das Gerät ist dem “Urvater” der Schleiftische, nämlich dem von Harold Hall (Editor from Model Engineer Workshop Magazine) sehr ähnlich, kann aber durch den interessanten “work parallel arm”, als auch mit diesen Blocks um Einiges mehr.

Nach einigen Videos und dem Studieren der Webseite habe ich zu recherchieren begonnen und darüber möchte ich Euch heute berichten. Die Schwester vom Hersteller lebt in England und ich habe sie halt ganz einfach mal angeschrieben. Das geht ja inzwischen, seit Email, viel leichter als früher. Sie hat mir berichtet, dass sie und ihr Bruder, der in Australien lebt, eine ganz kleine Firma haben – bekannt ist Euch diese vielleicht durch den beliebten Diamond tool holder (Bericht hier in unserer Bastelstube). Es reicht gerade so und deswegen kann sie meinem Wunsch nicht nahetreten, die Pläne als PDF zu schicken. Zu groß sei die Gefahr, dass sie bald im Internet auftauchen würden und die ganze Arbeit umsonst war. Eigentlich wollte ich mir das üblicherweise teure Porto von UK nach A sparen, doch habe ich sodann spontan beschlossen, die tolle Arbeit der Beiden zu unterstützen und habe die Papierpläne bestellt. Erstaunt stellte ich bald fest, dass diese Papierpläne lediglich € 28,00 samt Versand nach Österreich kosten!

Ich habe jetzt wirklich noch keine Vorstellung darüber, ob und wann ich das Teil jemals bauen werde, doch reizen mich die Pläne schon sehr. Für diejenigen unter Euch, denen es ähnlich ergeht, habe ich hier einige grundlegende Informationen und Links.

acutetool

Acute tool sharpening system from http://www.eccentricengineering.com.au

Tania (die Schwester), mailto:taniasneesby@yahoo.co.uk. Sie verschickt direkt aus UK und antwortet rasch auf Emails.

Kosten:
£ 15 für die Papierpläne und £ 4.50 fürs Porto nach A. Wer lieber die DVD will, muss warten. Sie verzögert sich noch (leider schon seit August).

Youtubes zum Produkt:
eccentricengineering

Beiträge eines Kunden (gute Videos):
Parts Kit
Part Two A — Parallelogram
Part Two B — Parallelogram

Ich hoffe, Ihr habt beim Gucken genauso wie ich einige spannende Minuten!

Horizontalfräse – Praxistest

Heute fielen die ersten horizontalen Teile aus der Fräse, zunächst habe ich auf Reststücken geübt. Die Genauigkeit war bald ok, sodaß ich mich bald ans Original (Portalwangen für eine CNC-Fräse) traute.

ABER:

Das Produzieren ist nach wie vor mühsam und man muss in Mach3 beim händischen Fahren mit dem Handrad höllisch aufpassen, weil ich Z und Y in der Config absichtlich vertauschen musste. Der G-Code ist dann aber lässig!

Das Stirnseitenfräsen ist zwar jetzt möglich, doch war es anfangs noch zermürbend. Der chinesische Billigfräsmotor hat aus einem  5mm-Loch laut CAD ein 5.82mm gefräst, so stark unrund ist dieses Gerät. Gut, ich gebe es zu, der Fräser stand mehr als 60mm vorne raus, er hat nämlich eine Schneidenlänge von 40mm, weil in die Portalwange 29mm tiefe Löcher reinkommen. Klar ist dann deswegen das Eiern vorne an der Spitze stärker. Trotzdem hatte ich mich geirrt, als ich im letzten Beitrag geschrieben hatte, dass der Rundlauf auf 5/100mm ungenau ist. Ich hatte mich da anscheinend vermessen oder es war Wunschdenken von mir, denn er ist leider 12/100mm und das ist untragbar. Ich werde wohl in den nächsten Tagen das Teil auf die Drehmaschine spannen und ausschleifen müssen. Ich habe auch schon einen konkreten Verdacht. Der Konus dürfte stimmen (so in der Eile gemessen), innen aber in der hohlen Welle ist ein Distanzrohr, auf den die Spannzange draufdrückt, bevor sie sich satt in den Konus drücken kann. Wenn ich Glück habe und der Konus genau ist, schleife ich einfach ein Stück von diesem Distanzrohr weg. Heute hatte ich einfach nicht mehr die Ruhe für einen soliden Messaufbau des Puppitasters, vielleicht wirds am Wochenende besser Zwinker.

Mit einem teuren Garant-Fräser aus VHM vom Hoffmann-Group-Onlineshop ging es dann wesentlich genauer, also sind auch die billigen Chinafräser (es war nur ein HSS) krumm wie eine Banane? Der Fräsmotor schafft (ich habe es mit so einem chinesischen Rotlichtlaser-Handsensor gemessen) 31.000 U/Min, die Drehmaschine schafft 2.000 U/Min, wenn ich die gegeneinander laufen lasse, wird es dann beim Ausschleifen richtig schnell.

Tachometer

Ich hoffe, das Ausschleifen gelingt mir, notfalls geht das Teil halt wie es ist in die Kleinanzeigen rein und eine Chinaspindel folgt nach – das wollte ich mir eigentlich ersparen, denn 2 FU und die vielen geschirmten Kabel sind auch nicht lustig. Oder ich kaufe mir eine Kress, den teuren Lärmmacher wollte ich eigentlich aber nicht.

Mal schauen, aber vorher noch ein Video für Euch, ich habe es nicht geschnitten, es ist so, wie es aus meinem Smartphone rausgefallen ist.

Horizontalspindelhalterung und Janco CauCau-Oberfräse

Ich habe derzeit eine Woche Herbsturlaub mit Schlechtwettergarantie. Die buche ich immer dann, wenn Werkstattzeit angesagt ist und meine Regierung zustimmt. Gestern und heute durfte ich also in den Keller und ich bastelte für meine Henriette den schon lange überfälligen Hozizontalhalter für die Oberfräse.

Weil ich ja immer mehr Geld ausgebe, als Hobbybudget habe, musste anstatt einer Kress eine billige Oberfräse aus chinesischer Produktion her. Bei Westfalia steht “Westfalia” drauf, bei Janco CauCau steht irgendwas anderes auf der Schachtel, beide sind aber identisch und gar nicht einmal von schlechter Qualität. Einziger Unterschied: Bei der CauCau ist mehr Zubehör dabei. Die CauCau lässt sich übrigens manchmal als Schnäppchen um die € 30,00 ersteigern. Kaufen kann man die Sachen in einem Webshop – dieser Händler ist in Bratislava daheim, also fast zu Fuß für mich erreichbar, wer lieber auf Ebay nach ihm und nach einem Schnäppchen sucht, bitte, gerne, hier. Seine Waren dürfte überwiegend (oder sogar gänzlich?) Chinasachen sein.

Jedenfalls habe ich die Oberfräse zunächst vermessen. Sie hat 5/100mm Rundlauf-Ungenauigkeit, und das konsequent. Also nicht einmal 4/100 und ein andermal 6/100, nein, immer gleich, auch mit der anderen, beigelegten Spannzange eine mit 6mm und eine mit 8mm sind dabei). Somit sollte ich diese Ungenauigkeit ähnlich wie beim Konusschleifen der Chinafrässpindel rausbekommen. Ich möchte mir dazu noch eine Halterung für die fräsen, damit ich die Oberfräse am Obersupport bzw. Schnellwechselhalter meiner Drehe einspannen kann, aber, ich fürchte, das wird wohl viel Zeit in Anspruch nehmen und frühestens erst im Weihnachtsurlaub etwas werden. Diese Oberfräse ist übrigens höllisch laut, noch ein bisschen lauter als eine Kress. Ohne Kopfhörer geht da gar nichts. Ich möchte spontan sagen, daß ich von der wassergekühlten chinesischen Frässpindel sehr verwöhnt bin, die da mit etwa 60 dB ein bisschen herumdröhnt.

Doch nun zur Horizontalhalterung. Verwenden möchte ich das Teil zunächst, um in die Stirnseiten meiner diversen Aluprodukte (zB. Portalwangen, Portalplatten, oder untere Verbindungsplatten für Portalfräsmaschinen) präzise positioniert M5, M6 und M8 Gewindelöcher fräsen zu können – meine frühere Bohrschablone für Stirnseitenbohrungen war da einfach zu viel Aufwand und auch zu ungenau. Konkret liegen schon einige Fräsenteile herum und warten auf diese “Vollendung”. Später einmal ist diese Vorrichtung auch für den Möbelbau gedacht, die Henriette hat ja 640mm Verfahrweg in der Breite und wenn man das Halbzeug nachschiebt, mehrere Meter in der Länge. Somit gehen sich damit stirnseitige Dübellöcher, Ladeneinsätze und Kästchen damit aus – ich werde wohl mit der Henriette irgendwann auch noch eine ganze Küche fräsen?

Am meisten freue ich mich aber schon darauf, dass meine Henriette durch dieses Zubehör ein Stückchen mehr zur geplanten CNC-Drehe wird. Falls ich wieder einmal Werkstatturlaub habe, werde ich mir eine Drehspindel bauen, auf der ich mit ER25 und auch mit meinem 125er Backenfutter eine Art dauernd drehende vierte Achse baue. Gemeinsam mit meinem zweiten Frequenzumrichter, der momentan ohnehin nur herumliegt, und einem Drehstrommotor habe ich dann eine stufenlose CNC-Drehmaschine, die ich für Alu und Messing einsetzen möchte. Die Drehmeissel und Bohrer werden dazu auf der Z-Einheit montiert und gesteuert wird mit Mach3-Drehen.

Deswegen habe ich jetzt schon die Horizontalhalterung nicht einfach nur auf die Z-Einheit montiert, sondern eine Universalhalteplatte gebaut, die mit einem 30x30mm Lochraster allerlei Werkzeug und Zubehör tragen kann, so auch die Drehmeissel, derzeit aber vor allem die Horizontalfrässpindelhalterung. Auch eine kleine, abnehmbare Stahlplatte möchte ich dort noch einsetzen – das deswegen, um das magnetische Messstativ rasch und unbürokratisch montieren zu können.

So, das waren meine Gedanken dazu, jetzt noch ein paar Bilder. Zuerst eine CAD-Ansicht: Ich zeichne seit einiger Zeit ja nicht mehr mit Sketchup, sondern nur mehr mit Solidworks. Damit ist man um den Faktor 5 schneller, und wenn man einmal nachträglich etwas korrigieren muss, merkt zusätzlich noch, wie hilfreich ein parametrisches Cad-System sein kann. Auch sieht man im 3D-Cad recht genau, ob man irgendwo dagegenfährt, hier zB., ob es sich ausgeht, den Fräsmotor an der Portalwange vorbei herauszubewegen (die Einhausung ist zu diesem Zweck abgenommen).
Hier die zentrale Halteplatte für das Montieren von diversem Werkzeug. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass durch diese Platte die Z-Einheit noch steifer wurde.

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Hisilicon K3

Hisilicon K3

Hisilicon K3

Hisilicon K3

Daniels Diplomarbeit auf der HTL Steyr – Portalfräsmaschine für den Modellbau

Vor schon längerer Zeit hatte ich unerwartet ein Mail von Schülern der höheren technischen Lehranstalt aus Steyr in OÖ erhalten. Einige Maturakandidaten (in D nennt sich das “Abitur”) hatten sich als Diplomarbeit die Konstruktion und den Bau einer  Portalfräse ausgesucht. Wie es halt oft so ist, bin ich damals gerade im RC-Networkforum aktiv gewesen, Daniel hatte mich natürlich sofort wegen der geografischen Nähe entdeckt. Ich und meine Fräse bekamen bald Besuch hier bei mir in Stockerau. Meine Henriette wurde damals bestaunt, begackert, kritisiert, diskutiert, wie ein kleines Baby, und so manche Idee ist wohl in die neue Konstruktion eingeflossen – auch meine Fehler wurden verbessert :-).

Daniels - HTL Steyr 2015-10-05 21_24_49-Portalfräsmaschine - directsky...heben Sie ab(an der fast 6kg schweren Frässpindel erkennt man, wie gross die Fräse wirklich ist!)

Letztendlich war das Projekt sehr erfolgreich, die Fräse läuft wunderbar, der Sponsor (eine Privatperson) besitzt nun eine perfekte Fräse und das Leben geht rasch weiter. Mich freut, dass ich in Daniel einen dauerhaften Mail- und Forenfreund gefunden habe, und, wie es sich weit später herausgestellt hat, zufällig auch einen österreichischen Privatpilotenkollegen. Somit bleibt mir nur noch, auf sein neues Angebot zu verlinken, dort findet Ihr Details zur HTL-Fräse und auch für kleines Geld eine umfangreiche Bauanleitung von etwa 200 Seiten, Fotos, mit Plänen als CAD-Modell und einer Liefantenliste:

Daniels DIRECTSKY

 

Neue Kamerahalterung mit Ausgleich für Parallaxenfehler

Meine neue Mikroskopkamera der Firma Andonstar zum Werkstückvermessen liegt schon einige Zeit unbenutzt herum, deswegen wurde es Zeit, eine Halterung dafür zu bauen. Mir war wichtig, dass ich mit so einer Halterung die Kamera genau lotrecht einstellen kann. Sie muss also in allen 3 Achsen (X,Y und Z) einstellbar sein. Den Entwurf hatte ich damals mit Solidworks gezeichnet.
Baugruppe_Halterung

Die Umsetzung war dann langwieriger, weil die heissen Sommertage genug Ausreden zuließen. Das gesamte Halbzeug für die Teile stammt vom Schrotti. Bei den Rändelrädern dachte ich zuerst, wegen der Druckstellen ein Stück schwarzen Kunststoff (siehe Foto) einzubauen, das hat sich aber nicht bewährt; der Druckpunkt war zu weich und eine solide Fixierung bzw. eindeutige Positionierung war kaum möglich. Somit baute ich das erste Rändel auf ein Aludruckstück um und verzichtete bei den weiteren Rändelrädern darauf. Alu auf Messing drückt wunderbar und alles passt jetzt. Gerändelt hatte ich vorher noch nie, aber ich finde, es erfüllt den Zweck, so wie es geworden ist? Die Kamera will jetzt noch sauber eingestellt werden, denn der erste Auftrag an sie wartet bereits – natürlich wieder Zubehörteile für einen Fräsenbaukollegen – was sonst?

Einzelteile

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IMG_20150918_184041  Rändelschraube, Alu-Einsatz

Rändelschraube, schwarzer Einsatz

zoom

Kantentaster nach Günter Brück

Weil mir heute nach dem Installieren des Fräsen-PCs Zeit blieb, entstand das “Ding” zum Kantenantasten auf X und Y. Erfunden hat das Günter Brück und er hat damals auch in diversen Foren, so auch in unserer Bastelstube, darüber berichtet.

Baustahl St37 (oder so etwas Ähnliches) lag genauso rum wie ein Rillenkugellager 6001Z, die Aufnahme sollte für meine 8mm ER-Spannzange entstehen. Den Dorn fürs Lager habe ich zunächst mit 0,15mm Übermaß gedreht, das Lager habe ich mit dem Bohrfutter in der Reitstockpinole auf den Dorn aufgepresst. Eine Anmerkung am Rande: Seit ich die Wendeplatten aus meiner Werkstatt fast gänzlich verbannt habe und dafür HSS-Drehlinge schleife, gelingt das genaue Drehen viel besser und macht auch mehr Spaß! Das Bohrfutter in der Pinole nahm ich, weil ich die Spannbacken genau auf den Durchmesser des Innenrings vom Kugellager einstellen konnte. Der Dorn war, wie ich schon vorher erwähnt hatte, ein “wassogradherumlag”, vermutlich zu weich, und deswegen flog mir das Kugellager beim Ausprobieren nach einiger Zeit trotz des (“leichten”) Aufpressens wieder runter. Die Lösung: Ein bisschen reinigen mit Aceton auf beiden Teilen und dann China-Superkleber vom TEDI (10 Tuben um € 1,00 oder so ähnlich?). Das hält bombenfest, auch auf meinen Fingern …

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Als Referenzprodukt musste mein kleiner Chinese herhalten:Chinese

Die Ergebnisse:

Bei beiden, also beim Kugellagertaster, als auch beim Chinesen, lief die Frässpindel mit 800-900 U/min. Ich hatte das X-Null meines Halbzeugs mit dem CNC-Handrad oft angekurbelt, um Zufälle auszuschliessen. Der Chinese erreicht im Durchschnitt etwa 3/100mm Wiederholgenauigkeit auf den DRO-Anzeigen der CNC-Software – das Erkennen, wann die Kante angetastet ist, ist bei diesem Kantentaster schwierig. Beim selbstgebauten Kugellagertaster hingegen habe ich eine Wiederholgenauigkeit von 0,005mm (schlechtester Wert) erreicht. Es ist mit freiem Auge wirklich sehr einfach zu erkennen, sobald das Kugellager stehenbleibt. Einziger Nachteil: Wenn man dieselbe Stelle mehr als 2-3mal anfährt, so verliert das Halbzeug (bei mir Aluminium) durchs Anreiben an Material (etwa 1/100mm).

Resümee:

Gekostet hat es nichts, weil die Teile da herum lagen, Spaß hat es mir viel gemacht und verwenden werde ich das Drumm wohl auch.

PS:

Da ich auch noch wuzikleine Minikugellager aus einem alten PC-Drucker oder einer Festplatte, oder sonstwo her habe, werde ich mir das Teil auch noch für “kleinere Werkstücke” als handliche Miniaturausführung bauen …


Vertikaltisch von Heimo L.

Was das Fräsen von Löchern auf den Stirnseiten von Platten aller Art betrifft, sind wir auf unseren Portalfräsen zwar vielen anderen Maschinen im Vorteil, aber kaum wer nutzt sie. Hermann Möderl präsentierte dazu eine sehr gute Lösung. Er verwendet dazu bei Bedarf eine zweite Frässpindel, die er auf die Z-Einheit waagrecht befestigt.

Seitliche Halterung für Frässpindel - Hermann Möderl

Eine andere Methode ist ein Vertikaltisch. Dieser eröffnet mehrere Möglichkeiten:

  1. Vertikales Anbringen von Schraubstöcken, die zu hohe Halbzeuge halten können
  2. Eine 4. Achse, die wirklich groß, stabil und steiff ist, braucht Platz und da ist meistens auf “Z” zuwenig dafür da. Hier geht sich das eher aus
  3. Senkrechtes Aufspannen von Plattenmaterial, um stirnseitig zu Bohren oder zu Fräsen. Dazu muss man aber rechtzeitig, also in der Planungsphase, dafür sorgen, dass das Verhältnis zwischen Verfahrweg, Schrägheit der Portalwangen und Überfahren der vordersten Fräsposition über den Aufspanntisch hinaus, stimmt.

Der Funken sprang bei mir über, als ich dieser Tage den Beitrag von Heimo (User KBG HL)aus der CNC-Ecke gelesen hatte. Der hat das nämlich perfekt realisiert und es dürfte gut funktionieren. Weil dort nicht jeder registriert ist, habe ich mir von Heimo sein Einverständnis für die Veröffentlichung seiner Fotos eingeholt und erwähne ihn gerne mit Copyright-Angabe. Er hat für Euch sogar ein 3D-PDF zur Verfügung gestellt (das ist ein besonderes PDF, wo man mit der Maus dreidimensional das Bild drehen kann), ich lege es hier bei: Download 3D-PDF

Auch schrieb er mir: “… kein Problem, wenn du mich zitierst und meine Ideen weiter verbreitest. Ich hatte zu Beginn selber Bedenken wegen der Stabilität, und muss auch noch die Achse Am Portal umbauen weil die Z-Achse Übergewicht nach vorne hat, da kommt hinten noch ein Profil mit Führungsschiene rein zu abfangen.”

Lieber Heimo, falls Du bereits hier mitliest, vielen Dank dafür!

Die senkrechte Platte des Vertikaltisches:

cnc fräse 002

Hier sieht man sehr schön den grossen Niederzugschraubstock:

fräse 003

 

 

Spannzangen-Adjuster “Zerodas” der Firma Yukiwa

Nein, ich habe nicht japanisch gelernt. Yukiwa ist eine japanische Firma, die ich zufällig gefunden habe. Ich vermute, es war in einem der vielen englischen Werkstattforen, leider weiss ich nicht mehr, wo es war, es kann auch ein Dampfforum gewesen sein. Dort berichtet ein Bastelfreund, dass er mit dem Zerodas-Tool die Rundlaufungenauigkeit unserer gängigen ER-Spannzangen wegbringt. Das Tool ist zwar für andere Spannzangensysteme gedacht, der Forenschreiber berichtete aber,  daß es auch bei den in unseren Chinafrässpindeln verwendeten ER-Spannzangen funktioniert!

Zerodas 00Zerodas 01
Details siehe
http://www.yukiwa.co.jp/e/company/greeting.php

Ich habe mir überlegt, eine ähnliche Variante nachbauen. Bei unserer Chinafrässpindel sollte es an der Möglichkeit, das Teil zu montieren, nicht scheitern. Das Prinzip dieses Teils ist einfach:

  • Man misst mit einer Messuhr (Stativ) die Ungenauigkeit des Fräsers am Schaft
  • Nun kommt der “Zerodas”-Justierer auf die ER-Spannmutter
  • An der Stelle, wo der Fräser am nächsten zum Fühler der Messuhr steht, kommt die Schraube, die die Ungenauigkeit richten soll
  • Man dreht solange an der Schraube, bis der Rundlauf rausgedrückt, also besser oder gar ganz weg ist.

Jedenfalls konnte ich zunächst nicht gauben, daß das funktionieren soll. Anscheinend aber doch, denn da dürften die Spannmutter am Gewinde genauso wie die im Konus sitzende Spannzange genug Spielraum haben. Gewinde alleine können ja nie zentrierend sein. Mich hat heute die Neugier gepackt und, um es genau zu wissen, habe ich mit einer ganz einfachen Teststellung probiert, ob es wirklich funktioniert. (Bitte aber nicht nachmachen, schon gar nicht dauerhaft, es wäre schade um die Kugellager Eurer Frässpindel):

  1. Ich habe einen 6mm-Fräser in eine 6mm-ER-Spannzange eingespannt. Der Fräser lief laut Messuhr 2/100mm unrund
  2. Der Fräser muss bereits endgültig fix angezogen sein
  3. Nun habe ich mit 3 leichten Schlägen mit dem Kunststoffhammer auf die besagte Stelle geklopft. Ganz leicht, in Sorge um die Frässpindel und die Kugellager. Gerade so, wie es auch beim Fräsen Belastung gibt, nicht mehr.

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Das Ergebnis nach dem 3. Schritt:

Der Rundlauf war nur mehr 5/1000, also ein halbes Hunderstel. Es wäre noch mehr gegangen, aber das ist eine andere Geschichte und für den ersten Test wollte ich nicht zuviel Zeit investieren. Sobald ich meine einfache Ausricht-Konstruktion fertig habe, sehen wir weiter, Bericht folgt, stay tuned …

Trickreiche Aufspannung in Z

Auf den beiden Teilen der Momus-CNC fehlten noch das Loch für die Spannschraube und das Gewinde M5 am Ende.

Schraubenloch

Durchsicht

Damit soll die Frässpindel später einmal gut und fest gespannt werden. Nachdem Bohren normalerweise ganz gut geht, aber dummerweise das dickste Loch, also die Versenkung für den Kopf der Innensechskantschraube, genau an der abgerundeten Außenkante zu bohren war, war das unmöglich. Der Bohrer würde dort trotz Festspannen des Werkstücks abrutschen. Somit musste gefräst werden. Dummerweise 40mm tief, gottseidank habe ich einen überlangen 4mm-Fräser vom Sorotec mit ca. 90mm Länge und 35mm Schneidenlänge daheim. Schaft und Fräserbreite sind gleich, daher gehts auch 40mm tief rein. Diesen Fräser hüte ich wie einen Schatz, denn der ist bei Sorotec nicht mehr im Programm.

Doch wie soll ich die Teile nun aufspannen? Meine Verfahrweg auf der Z-Achse mit etwa 135mm ist zu klein dafür. Daher musste ich tricksen. Die einfachste Lösung war, den kleineren meiner beiden Niederzugschraubstöcke mit 2 Gewindestangen M5 auf meine Aufspannplatte anzuschrauben. Der Schraubstock hat genauso wie die Aufspannplatte, einen 3x3mm Lochraster und M5 geht gerade noch durch die seitlichen Löcher des Schraubstockes. Damit das unversehrte Werkstück auch so bleibt, noch rasch 2 Reste aus weichem Alu (weicher als das Werkstück!) mitgeklemmt.

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Spätestens heute hat sich auch rentiert, daß ich meine neue Einhausung abnehmbar gebaut hatte. Das Umrüsten auf die Alu-Aufspannplatte war dadurch eine Angelegenheit von wenigen Minuten und so steht sie jetzt unbenutzt ein bisschen im Weg.

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Umhausung für die Fräse – ein bisschen Dachdeckerblech

Mein damaliges Einhausungs-Provisorium aus Verpackungsmaterial hatte lange Zeit brav gedient und die gröbsten Späne von mir und der Umgebung ferngehalten, immerhin fast 3 Jahre. Doch zuletzt spritzten die Späne schon mitunter meterweit und “was Neues” musste her. Wie Ihr ja teilweise wisst, klappere ich ja routinemässig die Schrotthändler ab und so stehen bei mir noch von einem Besuch beim Schrotthändler “Eisen Schmid” in Wien 21, Unmengen an Dachdecker- und Spenglerblech mit 3mm Stärke herum – also fast gratis und sogar lange genug (>1200mm). Die Aluwinkel für die Eckverbindungen stammen vom anderen Schrotti, der lieben Frau Hilde Eder in Tulln, die ich gerne besuche und auch sehr sympathisch ist. Leider hat weder das Eine noch das Andere Fräsqualität, somit waren viel Spüli, Petroleum und Spiritus notwendig. Dafür kostete es mich aber nur ein Zehntel vom Baumarktpreis.

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Der Aufbau ist ja recht einfach, ich war aber erstaunt, wie wenig das aussieht und wie viel Arbeit das dann doch war. Die Breitseiten sind über Flügelmuttern abnehmbar, damit ich lange Bretter durchladen kann. Das ganze Gestell ist ebenfalls in einem Stück abnehmbar, falls ich auf Stahlfräsen und Aluaufspannpatte umrüsten möchte.

Bitte beachtet, dass ich auf Optik keinerlei Wert gelegt habe. Es ist ein echter Zweckbau und jetzt schon total verdreckt, bestehend aus einer Mischung von Schmierstoffen und Späneresten. Ich könnte mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, mit so einem “pretty thing” wie z.B. dem Plexiglas-Kunstwerk von unserem Martin aus der Bastelstube und seiner “Portalfräse 2.0” zu arbeiten.

Bei mir geht es komischweise immer recht versaut zu und mittendrin fühle ich mich besonders wohl 🙂

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Momus-CNC – ein paar Fräsenteile, Teil 2

Zum letzten Artikel kamen einige Feedback-Mails, z.B. Fragen zu den Fräsparametern und wie man so glatte Oberflächen hinbekommt (vorausgesetzt, die Fräse selbst ist genau genug). Die Fragen möchte ich hier beantworten:

Ich fräse solche Sachen in mehreren Durchgängen. Zunächst wird das Teil rausgeschnitten, danach wird es mehrmals geschlichtet. Das Rausschneiden habe ich bei diesen Teilen zB. mit 1mm senkrechte Zustellung, 1200mm Vorschub und einem 6mm 2-Schneider gemacht. Wichtig ist eine gute Spanförderung, damit der Fräser nicht zusetzt (“Aufbauschneide”), dabei womöglich klemmt und sogar bricht. Bei 20mm Tiefe ist das Zusetzen nicht zu vermeiden und ich mache dann öfters Pause, fahre den Fräser zur Seite, reinige und schmiere neu. Dann auf “Weiterfahrt”. Achtung: Das mit dem “Fräser auf die Seite fahren” geht nur mit der Schmidtscreen! (Taste F6) und ist bei allen anderen Screens ein echtes Manko.

Dieses Schrupp-Fräsbild schaut zunächst echt “ugly” aus. Das ist aber ohnehin egal, es dient ja lediglich dazu, das Teil aus dem Halbzeug möglichst rasch rauszuholen. ich lasse dabei etwa 1mm stehen, um mich dann gemütlich” ans Endmaß und das feine Finish ranzuschlichten”. Das Schlichten war dann mit einer einzigen vollen (senkrechten) Zustellung auf 20,70mm (das Halbzeug hatte eine Tiefe von etwa 20,40 bis 20,50mm), dabei nehme ich nach Lust, Laune und vor allem Gespür, mal mehr, mal weniger seitlich ab. Heute waren es pro Schlichtgang 0.20mm, das aber erst ganz zum Schluß (vorher war es mehr, so etwa 0,7mm, damit ich nicht soo lange danebenstehen muss). Während des Schlichtfräsens blase ich permanent Druckluft vor den Fräser, damit keine Späne ein zweites Mal verwurschtet werden. Vorher habe ich das Halbzeug ordentlich “eingesifft” (50% Lampenöl, 50% Autoscheibenfrostschutz, manchmal auch Spiritus, je nach Aluqualität z.B. – bei Schmieralu 100% Spiritus). Auch wenn man vermeintlich 0,20mm in der Software einstellt, muss das dann beim Ergebnis nicht ganz stimmen. Gleichlauf oder Gegenlauf, Schmierung, Fräsparameter, Glück, etc. sind da immer unberechenbare Parameter. Daher ist viel, viel Messen dazwischen und “ranschummeln” von Vorteil, wenn man genau arbeiten will.

Einige Tricks sind auch noch zu beachten, zB. ist es bei solchen Tiefen beim Schruppen durchaus sinnvoll, nicht nur mit der Breite des Fräsers “nach unten zu graben”, sondern einen breiten Kanal anzulegen. Dann sind die Späne auch eher bereit, rauszuhüpfen. Das ist  halt einerseits ein Mords-Zeichenaufwand im Cad, andererseits auch doppelte Fräszeit – ob es 2 oder 4 Stunden sind, ist da nicht egal, auch kosten Fräser Geld. Daher mache ich Reinigungspausen, oft bis zu eine pro Durchgang. Bei 21mm je 1mm Zustellung sind das dann schon mal 21 Pausen und der Traum vom CNC-Fräsen, nur zuzusehen, ist dann rasch zerplatzt :biggrins:

Ein weiterer Tipp:

Ich fahre beim Schlichten immer mit einer leichten Kurve ans Werkstück heran, damit man den Startpunkt nicht sieht. Das wäre dann zwangsweise der Fall, wenn der Fräser sofort ansetzt und weil er ja nicht sofort losfährt, nimmt er dort meistens mehr ab (z.B. durch den eigenen Span, der nochmals miteingezogen wird). Unschöne senkrechte Riefen sind dann der Fall. Wie meine ich das:

0001(Die roten Pfeile sind einmal der Anfahrtsradius,
das andere Mal der Ausfahrtsradius am Ende des Jobs)

Ein Nachteil:

Der G-Code ist etwa 300 Zeilen lang, weil mein CAM (ein Teures!) dann aus Kreisen lauter Vielecke macht. Der CV-Mode in Mach3 repariert das dann allerdings und man sieht das kaum. Ein echter Kreis (also ohne Anfahrtskurven) wird mit Aspire aber mit einigen wenigen Zeilen erzeugt, halt mit dem besagten Nachteil, dass die Einstich- und auch die Endstelle ugly aussehen können.

Momus-CNC – ein paar Fräsenteile

Hallo alle Miteinander!

Die große Hitze hat mich ja in den letzten Tagen den Keller getrieben und dort sind nicht nur eine neue Einhausung für die Henriette entstanden (Bericht folgt), sondern auch so manche Kleinteile. Eine interessante Fräse ist die Momus von Momus-CNC aus den USA, Rhode Island.

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Für diese gibt es im Internet einen kostengünstigen Bauplan – das Design ist ein bisschen eigenwillig, aber interessant und durchdacht, beispielsweise sind die Führungen aus Kugellagern gebaut. Deswegen rate ich jedem, der eine Fräse bauen will, sich alleine schon wegen der Konstruktion und der Tricks, diese Seite, so wie ich auch damals, anzusehen, aber auch auf Google-Bilder und Youtube findet Ihr anschauliches Material zur Fräse.

Leider ist es nach dem Henne-Ei-Prinzip sehr schwierig, die “Momus” ohne Fräsmaschine zu bauen. Ein Leser meines Blogs hat mich also angefragt und ich konnte wieder mal nicht nein sagen. Er musste nicht nur die Pläne von Zoll auf metrisch umstellen, auch die beliebte Chinaspindel möchte er montieren und deswegen hat er eigens passende Halterungen entworfen. Die Teile habe ich schon fertig gefräst, entgratet und gereinigt. Es fehlen noch die Bohrungen und Gewinde, die mache ich noch. Das mittige Loch für die Frässpindel soll laut Auftrag 80,08mm haben, ich habe es auf 80,06 hinbekommen – nur mit der Fräse, ohne die Drehmaschine zu brauchen (gemessen mit Mitutoyo-Messchieber, zur Kontrolle dann auch noch mit dem Teleskop-Messsatz und Bügelmessschraube). Für Sachen, die genau werden sollen, habe ich die Firma für meine Fräser gewechselt, da ist es sehr wichtig, gute und vor allem scharfe Fräser zu haben. Es kamen hier welche von Garant (Hoffmann-Group) zum Einsatz. 6mm 2-Schneider Vhm und zum Schlichten für die Außenkanten (damit sie genau sind und schön glänzen) einen 9mm 2-Schneider, ebenfalls Vhm.

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Ballnuthousings zum Top-Preis

Wie Ihr wisst, bin ich ja ein alter Preisfuchs. Qualität kaufe ich zwar lieber gebraucht, aber dafür ausschließlich Profiware, Dinge jedoch, die man ungeschaut ohne viel herummessen und unbedenklich kaufen kann, können schon mal aus China sein. So z.B. differerieren die Preise für die Gehäuse der Kugelgewindemuttern preislich schon sehr stark und zwar bis zu 300%, ohne merkliche Qualitätsunterschiede. Das neueste Angebot möchte ich Euch daher nicht vorenthalten, es ist so günstig, dass sich selbermachen nicht mehr lohnt! Pro Stück um € 8,96 mit kostenlosem Versand.

Doch, seht selbst:

ballnut housing

Ebay-Artikel 271846297017 von CBATrade66
Der Artikel ist ab sofort auch in meiner Einkaufsliste zu finden.

Manfred Schmidt veröffentlicht Mach3-Screen v1.15a

Good News!

 

v115a_schmidtscreen

Die neue Version hat eine optisch professionell gestaltete Oberfläche und durch Verwendung zahlreicher Artsoft-Originalgrafiken sehr viel schneller als die Vorgängerin v1.14. Das Farbenmeer ist gewichen und es zählt der Erfolg. Übersichtlicher, strukturierter und angenehmer als die vorangegangenen 3D-Ansichten. So finde ich es zumindest. Die neu hinzugekommenen Gimmicks sind wieder zahlreich – sensationell finde ich aber, dass Manfred eine neue Funktion für den automatischen Werkzeugwechsel eingebaut hat. Das ist ein Meilenstein, der eigentlich eine eigene Versionsnummer verdient hätte. Hier die Änderungen:

  • Neuer Aufbau mit möglichst wenig Bitmaps und dafür Standrad-Buttons.
  • Für einen ausfahrbaren 3D-Taster einen Ausgang für die Auf/Ab-Bewegung.
  • Möglichkeit für 3D-Taster Kompensation mit XY-Versatz
  • Seite „Manuell“ ist entfallen, da alle Funktionen auch auf „Ausrichten“ und „Kantentaster“ zu finden sind.
  • Für automatischen Kantentaster Korrektur für automatische XY-Fahrt.
  • G0 Begrenzungsmöglichkeit, sodass man z.B. Automatikfahrten erst mit einer definierten G0-Geschwindigkeit testen kann.
  • MPG-Bildschirm speziell für das neue „PoPendant-ESS“.
  • Durchmesser für die A-Achse um Nachkomma erweitert (bis zu 0,001 auf Diagnose-Seite).
  • Automatischer Werkzeugwechsler für bis zu 16 Werkzeuge. Sowohl für Becher- als auch für Gabelmagazin geeignet, mit vielfältigen Einstellmöglichkeiten, mit Eingangsabfrage und/oder Zeitvorgaben zwischen den Bewegungen.
  • Extra-Button, um einen versetzt montierten 3D-Taster in Z-Richtung zu kalibrieren (XY-Versatz bei der festen Messposition).
  • Deinstallation über die Windows-Systemsteuerung. Dateien für die Konfiguration „Schmidt-Fraesen.xml) und Werkzeug- bzw. Werkstücktabelle (tools3.dat und fixtures.dat) werden nicht gelöscht und bei einer Neuinstallation auch nicht überschrieben, womit alle Einstellungen stets erhalten bleiben. Trotzdem sollte von den Dateien immer eine Sicherungskopie angelegt werden.

 

Walter eröffnet seinen CASUKI-Webshop – ein neues Tool

Heute möchte ich Euch von Walter berichten. Walter ist ja der Admin unseres Forums “Bastelstube” und hat dort für uns schon viele geniale Ideen vorgestellt. Hauptberuflich ist Walter Kameramann bei einem großen TV-Sender und sein Hobby betreibt er nebenbei in seiner kleinen, aber feinen Metall-Werkstatt in Wien. In der Filmszene ist Walter über die Jahre hin zum Ausstatter für Filmhardware und Kamera-Adaptionen bekannter und bekannter geworden. Manche Spezialanfertigungen wie zB. seinen Slider gibt es anderswo gar nicht zu kaufen, oder erfüllen nicht den gewollten Zweck. So nebenbei hat Walter irgendwann einmal das Camera Survival Kit “CaSuKi” erfunden. Dieses kleine Tool wurde immer mehr zum Renner und ich denke, nicht nur in der Filmszene, sondern auch so mancher Bastler unter uns hat es längst auf seinem Schlüsselbund, als unentbehrlicher und vor allem schön anzusehender Helfer, hängen.

Walter hat nun den nächsten Schritt nach vorne gemacht und seinen Webshop eröffnet, den möchte ich Euch heute zeigen. Dort könnt Ihr auch das Camera Survival Kit kaufen.
2015-06-20 15_02_51-Foto und Filmadaptionen Shop _ Der Onlineshop Foto und Film Zubehör

 

Modellbautage heute und morgen in Spillern bei Wien

Unweit meines Hauses ist das Freigelänge der Modellbaugruppe20 daheim. Heute und morgen sind dort die Modellsporttage fürs Publikum, mit Speisen, Trinken und viel zu sehen. Viele selbstgebaute und semifertige Produkte werden dort eindrucksvoll demonstriert. Ich bin mit meinen beiden Kids jedes Jahr dort. Eintritt zahlt man keinen. Die Veranstaltung wird wohl heute ein bisschen nass werden, aber morgen wird es schön.

Von Wien ganz leicht erreichbar in wenigen Minuten über die Donauuferautobahn, sicher eine schöne Abwechslung für uns Bastler.

Wer mit “Modellbaugruppe20” nicht sofort etwas anfangen kann: Das sind diejenigen, die auf den Modellbaumessen im Raume Wien diese herrlichen Fahrgelände und Shows betreiben. Homepage: Modellbaugruppe 20

 

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Adapter für Staubabsauganlage – zweiter Teil

Bei mir herrscht noch immer Reparatur- und Adaptierungszeit. Allerlei Kleinteile beschliessen nach etwa 3 Werkstattjahren, den Geist aufzugeben, so auch heute wieder.

Meine Staubabsauganlage vom Zgonc wird ja wirklich sehr beansprucht und war ja schon einmal defekt, aber die diversen Adapter zum Saugschlauch erwischte es erst nach und nach – die Teile sind sozusagen echte künstliche Obsoleszenz aus billigstem, sprödem “unbekannt-Plastik”. Zunächst zerbrach ja der grössere Teil, den hatte ich, weil ich gerade Lust dazu hatte, nicht gedreht, sondern gefräst und auch schon im Blog darüber berichtet. Wie es natürlich sein soll, gehen Teile nicht einfach so kaputt, sondern immer dann, wenn man sie braucht. Also musste ich heute wieder einmal geplante Arbeiten aufschieben und den heute gebrochenen, zweiten Adapter ersetzen. Eigentlich sogar zwei Adapter (vom kleineren zum nächstkleineren Schlauch). Hier sieht man die eine Bruchstelle, aber auch der grössere Teil hat bereits durchgehend einen Riß:

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Das war mir dann doch zuviel Arbeit und aus Zweien wurde Einer. In der “Was-so-rumliegt-Kiste” waren noch Reststücke weissen, unbekannten Kunststoffes (POM war es nicht), und so ging es gleich ohne genaueren Plan los. Gemeinerweise sind aber beide Enden des Adapters konisch auszubilden, wegen der Steckwirkung.

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Im Endeffekt kann ich, auch wenn es nur ein Kleinteil war, wieder einmal feststellen:

Wer kauft, gibt auf!

Adapter für Staubabsauganlage – erster Teil

Ihr kennt das sicher: Monatelang ist alles Bestens, aber dann wird so ziemlich alles auf einmal kaputt: Vor 2 Wochen das Netzteil vom Fräsen-PC, vorige Woche dann der Wohnzimmerfernseher und diese Woche die Absauganlage von der Werkstatt. Anstatt Produzieren stand halt jetzt Reparieren an.

Meine Absauganlage (eigentlich eh nur ein besserer Staubsauger) hatte den Spitznamen Raumschiff Enterprise, aber nur weil sie so laut war, denn fliegen konnte sie nicht. 3 Jahre alt, tat ihr das Gemisch aus Aluspänen, Petroleum, Rapsöl und Holzstaub nicht so gut und der Motor brannte ab. Da der Motor samt Porto fast teurer war als eine neue Sauganlage, entsann ich mich, dass ich womöglich noch Garantie drauf hätte – und siehe da, 5 Jahre Zgonc-Garantie bis 2016!. Zgonc in Hagenbrunn war sehr unbürokratisch, binnen 5 Minuten bekam ich einen komplett neuen Sauger, allerdings ohne Zubehör. Leider war mein Adapter vom 100erter-Schlauch auf den 36mm-Schlauch schon eine ziemliche Ruine und in mehrere Teile zerbrochen. Aber das bemerkte ich erst zu Hause, als ich den Schlauch wieder anstecken wollte. So ein Set mit Reduzierstück ist gar nicht so leicht zu bekommen und auf Ebay auch ziemlich teuer.

Somit war meine nächste Idee, das selber zu basteln – auch, oder gerade weil, es nur eine Kleinigkeit ist. POM-ähnliches Zeugs war genug vorhanden, dann stellte ich mir noch die Frage, ob Drehen oder Fräsen. Fürs Drehen hätte ich mir a) einen speziellen Innendrehmeissel schleifen müssen und b) die Ecken vom Halbzeug abschneiden müssen, damit es ins Vierbackenfutter passt. Also, man ist ja schließlich faul, habe ich den Auftrag an meine CNC-Fräse abgetreten. Wichtig war, dass das Teil nur sehr straff und “satt” draufgeht, das ist gottseidank gut gelungen. Ein wenig fummelig war das Umspannen und neu Einmessen, weil das Teil auch von der anderen Seite innenbearbeitet wurde (ein “Anschlag”, damit ich das schwarze Teil nicht zu tief reinstecken kann).

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Motioncontroller – Ende der Geschichte

Der Anbieter aus Frankreich war echt ein zäher Typ, aber nach mehreren Ankündigungen meinerseits, den Betrag via Paypal zu regeln, hat er kurz vor meiner 2. Paypalmeldung doch noch eingelenkt.

Doch der Reihe nach: Mein erstes Angebot, das Teil zurückzuschicken, hat er zwar angenommen, aber dann “mitgeteilt”, mein Retourpaket sei bei ihm nicht angekommen (ich hatte ohne Nachweis zugestellt, weil das Porto von mir nach Frankreich so teuer ist, dass ich es gleich hätte bleiben lassen können – gut, das war mir klar, darüber rege ich mich bei so Minibeträgen nicht auf, eher über diese Zähigkeit).

Ich habe damals gleich danach sicherheitshalber einen Paypal-Käuferschutz Stufe 1 aufgerufen – in dieser Phase nimmt Paypal meine Meldung lediglich zur Kenntnis, um dem Verkäufer Gelegenheit zu geben, die Sache zu bereinigen. Einzige Antwort (kenne ich aber schon): Ich hätte “versichert versenden sollen”. Also hatte ich mich irgendwie verar…. gefühlt und ich dachte mir, ich antworte ihm so, wie er es in den bisherigen Mails auch hielt: Ich gebe ihm tollste Antworten, nur nicht zu dem, was er gefragt/geschrieben hat – seinen Text mit dem angeblich nicht erhaltenen Paket habe ich einfach ignoriert. Letztendlich, kurz vor dem Ablauf der Paypal-Phase 1, hatte ich ihm gestern um Mitternacht gemailt:

” … only 5 days of deadline, after that i will activate Paypals „Buyers Protection“ and they will transfer my money back from you. Also, please note that too many interventions lead to paypal that you will be excluded there. I urge you therefore urgent to go the easy route and remit the refund, it ´s the easier way and and you will keep your reputation at paypal. Regards, Henry”

Siehe da, heute mittags war mein Geld am Paypalkonto, aber der Text seines Mails an mich war schon sehr knapp. Anscheinend hat er mein Paket doch erhalten? Wir werden es wohl nie erfahren. Ich lasse die Sache damit so stehen und freue mich immer mehr über das neue Teil vom Machschmidt-Shop.

Unpacking ESS Smoothstepper, “Special Edition” Machschmidt.com

Nach Tiefs gibt es Hochs – und die gleich ordentlich :-).

Weil ich meine Zeit nicht nur mit testen von unreifer Elektronik verbringen kann, sondern auch auf der Fräse wieder arbeiten möchte, habe ich nun seit heute einen orignalen ESS-Smoothstepper aus den USA. Vernünftigerweise wollte ich den aber nicht “irgendwo” kaufen, auch nicht nur die rohe Platine, also unverbaut, ohne Kabel, Netzteil und Anderem. Somit kaufte ich ihn in einer wertvollen, in ein Gehäuse verbauten Version, und, wie Ihr ja bereits lesen konntet – für mich auch schon bisher bewährt, bei Manfred Schmidt – und da gleich in seinem neuen ONLINE-Shop MACHSCHMIDT.COM.

Heute kam das Paket nach nur 2 Tagen Postweg über 900km bei mir an. Also war der Artikel a) lagernd und b) habe ich bei einem sehr prompt arbeitenden Händler gekauft . Ihr könnt Euch vorstellen, wie neugierig ich war. Nicht, um zu sehen, wie ein Smoothstepper aussieht – denn die gibt es im Internet ohnehin hie und da zu sehen. Neugierig war ich, was Manfred Schmidt da gebaut hatte, wie er es “in the Box” verbaut hatte, mit welchen Anschlüssen, und was alles im Paket war. Hier das Unpacking für Euch – stay tuned, heute gibts nur die beigelegten Gummibärli, am kommenden Wochenende gibts dann für Euch erste Tests.

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usbresource – die Karte geht zurück

Kurze Info an Euch:

Die Karte ist heute zur Post nach Frankreich gegangen. Ich sehe das auch so, wie zuletzt Norbert via Mail zu mir meinte:

“…verstärkt sich immer mehr der Eindruck, dass es ein sehr langer, wenn nicht sogar unmöglicher Weg wird bis das Teil unter Mach zum Laufen kommt. Selbst wenn alle wichtigen Funktionen gehen würden, wäre da immer noch die Hürde Schmidt-Screen”

Besser kann man es nicht beschreiben. Der Kontakt zu Christophe war immer sehr nett und er war bemüht. Ich wünsche ihm, dass er bald die letzten Hürden überwindet, um aus der (aus meiner Sicht) “Betaversion” ein tolles Teil zu machen. Würde ich die opensource-Anweisungen seines SDKs besser verstehen, hätte ich mir das womöglich sogar selbst angetan.

Nun ist ein Original ESS unterwegs zu mir, darauf freue ich mich, wenn ich auch einen kleinen Umweg über “Geiz ist geil” gegangen bin. Der Manfred Schmidt bietet neben den Pokeys den Original Ethernet Smoothstepper “ESS” aus den USA nämlich neuerdings in seinem Webshop nun auch an – in einem guten Metallgehäuse, fix und fertig, da muss ich nicht mühsam verkabeln. Auch fühle ich mich bei Manfred in guten Händen, zusammen mit der SchmidtScreen wird das “was Gscheites” für mich – weiters habe ich dort jeden erdenklichen Support: Falls ich in der Schmidtscreen irgendein “Lämpchen” finden sollte, das nicht funktionieren sollte, wird das von Manfred sofort für uns angepasst

Natürlich werde ich in meinen nächsten Berichten dieses Teil und die Installation ausführlich hier im Blog für Euch dokumentieren, also: “Stay tuned!”

Eine oder zwei Antriebsspindeln?

Liebe Leser!

Wie man unschwer erkennen kann,  “ich bin zurück vom Berg. Nur soviel ist zu sagen: “Herrliches Bier, grausliches Wetter!“.

Gerald, ein Leser meines Blogs und netter Bekannter aus der Bastelstube, hat mir eine Frage gestellt, deren Antwort ich auch für alle anderen Fräsenbauer hier veröffentlichen möchte. Es geht darum, ob man auf der langen Achse einer Portalfräse eher eine mittige Spindel oder 2 Spindeln (je eine links und rechts, beide miteinander womöglich verbunden) verbaut.

Eine Spindel alleine erzeugt unweigerlich immer einen Radeffekt, den gilt es durch konstruktive Gegenmaßnahmen zu minimieren. Radeffekt ist auf Wikipedia gut beschrieben und auch auf “Google-Bilder” findet Ihr Einiges dazu zum leichteren Verständnis. Auf unsere Fräsen umgelegt bedeutet das, dass bei Fahrtaufnahme zunächst über 90 Prozent an Querkraft entsteht, die sich erst allmählich in Vorwärtsfahrt übersetzt. Weiters ist es besonders dann, wenn die Z-Einheit zufällig nicht in der Mitte, sondern an der Seite steht, Schwerarbeit für die Kugelgewindespindel, das auszugleichen. Wenn sich dann auch noch die Fräsenbasis als Wackelgestell herausstellt, ist sie binnen hunderstel Sekunden kein Rechteck mehr, sondern ist zum Rhombus geworden. Andererseits lässt sich gegen diesen Effekt gut entgegensteuern, das Alles hat ja Hermann Möderl bereits ausführlich in seinen Infoseiten erklärt, ich wiederhole es hier also nur mehr (mit einfachen Worten, wahrscheinlich auch nicht vollzählig):

  • Die Portalwangen müssen ausreichend breit sein, also unten, dort, wo die Wagen auf den X-Schienen montiert sind. Bei einer Fräse mit 1m-Länge sind 200mm das unterste Maß.
  • Die Basis muss gross und steif genug sein, um dem Effekt standzuhalten
  • Auch das Portal muss steif genug sein, die untere Wangenverbindungsplatte ist da wichtig, aber auch so Designerkonstruktionen mit kunstvollen Löchern in den Portalwangen sind zu vermeiden
  • Die Kugelgewindespindel muss ausreichend dimensioniert und sehr genau ausgerichtet sein, aber das ist ja bei der 2-Spindelversion auch notwendig.

Die Vorteile, nur eine Spindel zu verbauen, sind natürlich besonders für Anfänger ohne geeignete Kenntnisse und Werkzeuge/Maschinen erstmal vorhanden. Die Synchronisation beider Spindeln ist nicht so einfach und man muss sich entscheiden, ob man das mit einem oder mit zwei Motoren macht. Zahnriemenkonstruktionen müssen einerseits spielfrei sein und andererseits sind die ohne entsprechende Kenntnisse und Maschinen auch nicht so einfach zu bewerkstelligen. Ich erwähne dazu wieder Hermann Möderl, der darauf hingewiesen hat, daß a) Zahnriemenräder selten die richtigen Durchmesser im Achsenloch haben und diese b) nicht ohne Drehmaschine richtig und genau genug vergrößert werden können – diese Liste der notwendigen Fertigkeiten ließe sich beliebig fortsetzen, zB. auch die richtige Zahnriemenart (T5), ein geeignetes Spannsystem, usw. .

2 Schrittmotore anstatt einem mit einem Zahnriemen verbundenen Motor zu verwenden geht solange gut, bis es Schrittverluste gibt. Bleibt man immer brav innerhalb seiner gesetzten Belastungsgrenzen, werden diese nicht auftreten und ich denke, das Problem wird allgemein überschätzt. Doch, Hand aufs Herz: Wer spielt nicht gerne mit seinem eigenen Gockel, um zu beweisen, wie schnell die eigene Fräse bei der Eilfahrt “kann”? – und auch so manch andere Situation ist schneller da, als einem lieb ist, wie zB. “neben dem Fräsen schnell mal im CAD etwas erledigen”. Egal, auch das hält eine Fräse aus, sonst wäre sie ja falsch gebaut. Die Z-Achse der Henriette kann ich mit 5000mm/min an den Anschlag (Portalwange) donnern, das ist ihr und der Kugelgewindespindel/Mutter ziemlich egal, dafür sind sie ausreichend dimensioniert (Vorsicht: Die eigenen Finger sind dann aber nur mehr Brei). Der Stepper quäkt halt kurz “wie eine Sau vorm Schlachtgang”, aber dann ist auch schon wieder Ruhe. Problematisch sehe ich aber, daß nach so einem Schrittverlust bei nur einem von 2 Motoren das Portal nicht mehr rechtwinkelig, sondern schräg steht und man da mit gefinkelter Einrichtarbeit rechnen muss – das wäre mir zu mühsam, auch wenn der Fall der Fälle selten sein wird. Falls man sich trotzdem für die 2-Motorenlösung ohne Zahnriemen entscheiden möchte, sollte man Mach3 verwenden. Mach3 bietet da eine Master-Slave-Lösung an, damit beide Motore gleich angesteuert werden. Schrittverluste können damit aber auch nicht erkannt werden, das ginge nur bei (teuren) Servomotoren, closed loop-Systemen und einer teureren CNC-Software / naja, oder man verwendet Mach3 gemeinsam mit der Schmidtscreen, die kann das in der nächsten Release (huch, ich verrate schon wieder zuviel) Biggrins.

Das erwähnte Aufschwingen kann man bei 1605er Spindeln (16mm Durchmesser, 05mm Steigung = 5mm Weg bei einer Umdrehung) und 1000mm langen Verfahrwegen getrost vergessen. Wenn überhaupt etwas schwingt, sollte man da den Hebel ansetzen und die krumme Spindel tauschen oder richten. Bei grösseren Fräsen (zB. ab 1200mm Verfahrweg) setzt man andere Systeme, idealerweise z.B. “angetriebene Muttern” ein, so wie Hermann das bei seinen Fräsen handhabt. Durch die starre Kugelgewindespindel und dem mitfahrenden Stepper schwingt gar nichts. Allerdings kostet so eine Lösung ordentlich. Falls man keine Kenntnisse, keine Drehmaschine und keine Fräse hat, um solche angetriebenen Muttern selbst zu bauen, muss man pro Stück mit ca. € 500,00 rechnen. Hermann bietet das sozusagen umsonst bei seinen Fräsen an – wenn man kurz nachkalkuliert, wird man rasch erstaunt sein, wie billig er anbietet.

Die Amerikaner wiederum bauen eher “schludrig” und schwören auf Zahnstangenantriebe (so ähnlich wie bei den handgekurbelten Bettschlitten der Chinadrehmaschinen), gute Beispiele dazu sind zu finden zB. auf cncrouterparts.com, oder auch auf meiner damals allerersten, inzwischen legendären Einsteigerseite “buildyourcnc.com“. Dort finden sich sogar Holzfräsen mit Fahrradkettenantrieb. Für den richtigen Anwendungszweck eine tolle Sache (zB. für Tischlereien, wo es nicht ganz so genau hergeht, sind einige Zehntel Millimeter auf 2500mm Länge schon sehr respektable Ergebnisse – vor allem, wenn man da auch noch die Ausdehnung durch Erwärmung miteinrechnet).

Ich selbst träume nicht unbedingt von einer 2-Spindellösung und ich selbst hatte in meinen nunmehr 3 Fräsjahren mit ca. 1000 Maschinenstunden keine einzige Situation, wo ich mit meiner mittigen Spindel unzufrieden gewesen wäre. Auch bin ich ein fauler Mensch, muss z.B. beim Service nur eine Kugelmutter abschmieren, brauche keinen Zahnriemen auf Spannung kontrollieren, ihn auch nicht schmutzfrei halten, usw. . Somit ist meine Empfehlung klar: Anfänger bauen eine einzige, mittige Spindel, Fortgeschrittene und Profis werden sich eher für zwei durch Zahnriemen verbundene Spindeln, möglicherweise sogar mit angetriebenen Muttern, entscheiden.

Usbresource – erste Erfolge nach Kurzurlaub

Die paar Tage am Hochkar (1.500m Seehöhe) haben meinen Denkapparat wieder klarer gemacht, ich habe ausgiebige weitere Tests absolviert und kann nun einige Fortschritte vermelden.

Kurzum, die Karte bestromt nun die Motore auch dann, wenn man das Triple Beast verwendet. Norberts (“noz2008” im Nachbarforum) Bemerkungen, dass die Karte von usbresource bei den billigen Chinaboards geht, nicht aber zusammen mit dem TripleBeast bzw. dem Benezan-Bob, waren für mich auswertbare Hinweise. Die Lösung war eigentlich ganz einfach. Mach3 liefert ein Watchdogsignal ans Triplebeast und schaltet es frei, solange das Watchdogsignal anliegt. Das Triplebeast wiederum ist standardmässig so gejumpert, dass ein Watchdog erkannt werden will. Die Card von usbresource jedoch lässt das Watchdog-Signal einfach nicht durch – damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Somit musste ich nur den Jumper auf PIN 1 und 2 des 11-fachen Jumpersteckers (zu finden gleich neben dem SUBD-25 Stecker am TB) setzen, das Watchdogsignal ist dadurch disabled und die Motore werden bestromt. Soweit ich mich erinnern kann, ist diese Jumperung ja auch bei manch anderen CNC-Programmen (zB. WinPcNc?) notwendig, somit nichts Außergewöhnliches – nur draufkommen muss man mal.

Der weitere Abend hat mir allerdings weniger erfreuliche Ergebnisse beschert und ich denke, ohne Softwareupdates wird die Karte für uns noch ein richtiges “Grummelmonster”. Ich habe meine folgende Aufstellung nach dem Schweregrad der mangelnden Verwendbarkeit, so wie ich das für mich selbst sehe, gereiht.

Schwere Mängel

1.
WATCHDOG: Wie schon oben erwähnt, es wird nicht durchgelassen. Wenn man es am Steuerungsboard abschaltet, ist diese Funktion aber nicht verfügbar und das ist für mich ein schwerer Mangel, weil sicherheitsrelevant (wenn auch nicht als ausreichende Sicherheitseinrichtung anerkannt, verzichte ich trotzdem nicht gerne darauf, zumal es ja mein Beast anbietet).

2.
STOP: Beim Fräsen mit G-Code reagiert die Fräse nach Drücken des STOP-Buttons erst nach 17 Sekunden Verzögerung – ein sinnvolles Arbeit ist damit ausgeschlossen (ich hoffe, dass das nur bei mir so ist?)

3.
STOP: Bei der Referenzfahrt reagiert die Stop-Taste nicht (naja, damit kann man leben, schön ist es aber nicht)

4.
PAUSE: Beim Fräsen mit G-Code geht die PAUSE nur mit 20 Sekunden Verzögerung – damit kann man ebenfalls nicht vernünftig arbeiten (hoffentlich geht das wenigstens bei Euch?)

5.
OVERRIDE: Wenn eine Achse auf den Endschalter auffährt, kann man in Mach3 die blockierte Achse ganz einfach mit dem Override-Button trotzdem freifahren. Mit der Karte geht das allerdings nur bei der Z-Achse, bei X und Y musste ich jedesmal die Steuerung abschalten (Achsen freigängig machen) und händisch rauskurbeln – sch…..!

6.
FRÄSSPINDEL EIN: Die Frässpindel kann über Mach3 nicht ein- und ausgeschaltet werden – ich werde deswegen jedenfalls nicht einen eigenen Schalter verkabeln?

Unangenehme Mängel

1.
SOFTLIMITS Die Slowzone funktioniert zwar und die volle Fahrt wird innerhalb dieser gebremst, allerdings ist auch beim darauffolgenden Wegfahren aus der Slowzone diese Bremse da und es geht nur ganz langsam aus der -Slowzone raus. Richtigerweise aber müsste das Herausfahren aus dem Slowbereich mit normaler Geschwindigkeit erfolgen. Bei einer Slowzone von 20mm (bei meiner Eilfahrt von 8 Metern/Min ist die notwendig) kann das ganz schön dauern und nerven.

2.
SWITCH “SOFTLIMITS” im Mach3-Plugin: Die neueste Version hat ein Anklickfeld, wenn man dieses anklickt, sollen dadurch die Werkstückkoordinaten am Ende der Referenzfahrt abgenullt werden. Das funktioniert aber nicht und nicht nur das, mit dieser Funktion endet die Referenzfahrt bereits nach der Z-Achse, die X und Y-Achse werden also gar nicht mehr referenziert, weil abgebrochen. Man kann aber ohne dieses Anklickfeld zumindest referenzieren.

3.
REFERENZIEREN: Wenn der Haken “Softlimits” im Plugin gesetzt ist, wird die Speed während der Referenzfahrt von der Slowzone nochmals verlangsamt, somit ist die Fahrt doppelt so langsam. Dieses Klickfeld funktioniert also auch hier nicht.

Fehler im Zusammenhang mit der Mach3-Oberfläche “Schmidtscreen”

Für alle, die diese sehr gute Oberfläche verwenden wollen, habe ich weitere Einschränkungen entdeckt.

01.
Sofern man in der Schmidtscreen die Präzisionsreferenzfahrt aktiviert hat, findet diese nicht statt. Anstatt der zweiten, langsamen Präzisionsfahrt wird einfach eine weitere (schnelle) Referenzfahrt durchgeführt.

02.
Usbresource schaltet von sich aus bereits vor dem Referenzieren die Softlimits ab und dann wieder ein. Da es auch in der Schmidtscreen diese Funktion gibt, hat man das doppelt und “doppelt hebt sich auf”. Also muss man darauf achten, dass diese Möglichkeit in der Schmidtscreen deaktiviert ist. Das Abschalten von Softlimits beherrscht usbresource allerdings nur, wenn das ohnehin nicht funktionierende Anklickfeld “Softlimits” (siehe weiter oben) abgeschaltet ist.

03.
Weit unangenehmer und schmerzhafter für mich ist, daß die ausschließlich in der Schmidtscreen erhältliche Funktonen “Position merken” und “Zurück zur Merkposition” nicht funktionieren. Gerade, wenn man zwecks Reinigung den Fräskopf wegfahren muss, ist diese Funktion sehr wichtig. Das Merken funktioniert nicht, weder automatisch, noch per Button, natürlich funktioniert danach das Wiederanfahren der letzten Position nicht.

Zur Abwechslung mal etwas, was funktioniert hat:

Werkstück Z-Null messen (F11): Das dürfte funktionieren, zumindest habe ich das einfache Z-Messen ohne Werkzeugtabelle als in Ordnung befunden.

Vieles habe ich (noch) nicht getestet, so zB. das Werkstücknullpunkt-Vermessen via Endoskop. Mir hat es heute einfach schon “bis oben hin” gereicht, inzwischen freut es mich nicht mehr wirklich und ich denke nach …

Eine Bitte an Alle unter Euch, die dieses Teil derzeit auch testen:

Bitte probiert meine obigen Punkte alle aus und berichtet darüber, es kann ja sein, dass bei Eurer Konfiguration so manche andere Fehler auftauchen und Dinge, die bei mir nicht funktionieren, bei Euch klaglos laufen!

Meine Card von usbresource funktioniert nicht

So, meine erste Begeisterung ist ziemlich gewichen, Frust macht sich bei mir breit.

Ich habe nun etwa 30 Stunden damit verbracht, diese Karte zum Laufen zu bringen und ich kann inzwischen von mir sagen, daß ich das Ding nun ziemlich gut kenne, aber es will trotzdem überhaupt nicht funktionieren. Gebraucht habe ich dazu übrigens vier neu aufgesetzte PCs (2mal Windows XP, zweimal Windows 7-64bit, 2 Einbau-Ethernetkarten, 4 USB-Kabel, ein 5V-Netzteil und einen Router, nur um ja nicht auf defekte Hardware reinzufallen.

Einige Details meiner Tests:

  1. Man muss bei USB-Betrieb immer zuerst den PC starten und darf erst danach die CNC-Steuerung (bei mir ist das das Triplebeast) einschalten. Ansonsten hängt sich der USB-Treiber auf. Es Es wird zwar versucht, eine Verbindung aufzubauen, über USB connected die Card aber nicht (getestet habe ich das mit dem Tool “numeridrive” von usbresource). Die Led auf der Card bleibt grün und ist zu keiner Zeit auch blau oder rot, wie es richtig sein sollte.
  2. Ethernet über eine direkte PC-Verbindung geht nicht, obwohl das auf der Webseite versprochen wurde – zur Not noch probiert: Über eine halfduplex-Verbindung geht es auch nicht. Über eine Verbindung über den LAN-Router bekomme ich zumindest ein Signal (die LED der Karte wird blau und rot) – die Fräse bewegt sich aber trotzdem keinen Millimeter. Hinweis: Die kleine LED auf der Card von usbresource leuchtet zuerst grün (wenn unter Strom), dann gelb (wenn Mach3 läuft) und rot, wenn fräsbereit (also wenn der Resetbutton von Mach3 nicht blinkt).
  3. Die schlechte Nachricht:
    Mit all diesen getesteten Möglichkeiten, egal ob unter USB oder unter Ethernet, gingen zwar E-Stop und Endschalter, Spindlemotorstart und die Schrittmotore gingen aber nicht. Die Bewegung der Stepper wurde allerdings in den DROs angezeigt.
    Christophe hat immerhin binnen 20 Minuten per Mail geantwortet und kennt das Problem bereits. Er meint, dass es ein Problem beim Plugin gibt und er gestern selbst plötzlich keine Achsenbewegungen mehr hatte. Er wird sich das ansehen und mir helfen, dann geht es (hoffentlich). Ich bin also standby – sein Mail ist nun schon einige Tage alt, gehört habe ich aber noch nichts von ihm.
  4. Gestern, am 25.3. habe ich Christophe ein unmissverständliches Mail geschrieben. Ich erwarte mir bis 3.4.2015 eine funktionierende Card, ansonsten geht das Teil zurück. Ich bin froh, dass hier der Paypal-Käuferschutz greift – bin aber voller Zuversicht, dass Christophe meine Mails noch beantwortet oder sogar hilft.

Christophe Carpentier – usbresource

Liebe LeserInnen!

Heute habe ich gute Nachricht bekommen: Mein Combi USB + Ethernet controller von usbresource hat Frankreich in Richtung Österreich verlassen (also eine prompte Sache und dazu auch noch ein nettes Gimmick: Ich bekam ein Foto des Briefes an mich)

Kuvert

Der Herr Carpentier, Erfinder dieses genialen Teiles, ist übrigens ein sehr netter Herr – ich wurde von ihm via Mail mit vielen Informationen versorgt, die ich Euch heute nicht vorenthalten möchte. Die Mailsprache Englisch klappt hervorragend und Christophe Carpentier kann auch ein wenig Deutsch lesen. Nun zu den neuesten Infos:

  • Die Software für diese günstige Controllerkarte ist Opensource und Christophe Carpentier lädt uns alle ein, sie nach eigenen Wünschen zu gestalten oder zu verbessern
  • Weiters ersucht er, ihm Fehler zu melden, er wird sich bemühen, alles zu korrigieren, soweit es ihm gelingt i will help all person that need information or have request to correct a problem“) – na das ist doch mal ein guter Service
  • Beruflicher Werdegang: Christophe Carpentier hat nach einiger beruflicher Erfahrung in “metal working” damit begonnen, CNC-Controller zu entwickeln, zunächst ARM32 ( A Keil  ARM7-STM32 experiment board), die sich aber auf den dafür eingesetzten Plasma-Cuttern nicht durchsetzen konnte – somit begann der Weg für die heutigen Controllerboards.
  • Derzeit arbeitet Herr Carpentier an einer neuen Platine, die frühestens in etwa 2 Wochen erscheinen wird. Sie bietet mehr input/output ans on board FPGA, auch ein Foto der neuen Platine habe ich bereits erhalten – nur soweit, sie ist “rot” und der Preis wird wieder unter € 100,00 gehalten.
  • Platine
  • In der CNC-Ecke gab es im Dezember 2014 Kritik an der Karte. Ich habe Christophe Carpentier dazu befragt und er hat mir geantwortet: “Yes , many bugs are corrected now since January 2015the card you receive have hardware support for: “EStop and limit switch (i mean the card it self respond to the signals , when pin configured. Mach3 also receive the signal a moment later, but the card has already stopped),Soft limit and soft zone are also supported by hardware – this is new and all made on customer request (From France , and UK )”. Diese neuen Informationen decken sich auch mit dem Changelog auf der Homepage des Herstellers.

Nun sind nach Deutschland und Österreich ja schon einige Karten verkauft worden und neben diesem Blog gibt es auch schon in der CNC-Ecke und im CNC-Forum des RC-Networks neue Diskussionen zu dieser Karte. Meine eigene Karte sollte auch morgen oder übermorgen da sein und ich bin schon ziemlich gespannt. Berufliche Verpflichtungen und auch die Modellbaumesse Sankt Pölten kommen noch ein klein wenig dazwischen, aber gleich danach werde ich hier ausführlich meine ersten Erfahrungen berichten. Vor allem interessiert mich, ob die ja sehr günstige Karte meine künftige Unabhängigkeit vom bisherigen Parallelport gewähren kann – denn dafür habe ich sie ja gekauft – ich möchte am Fräsen-PC nicht nur Fräsen, sondern diesen auch anderweitig nutzen können. Wenn ich dieses Ziel damit erreiche, war es die € 50,00 allemal wert.

Doch das wird hier die nächste Story …

Chinafrässpindel mit geschliffenem Konus in Deutschland erhältlich?

honestdentalshop – Ein Händler, der die 2.2kW Frässpindeln direkt aus Deutschland verschickt. Bisher erhielt ich von Bloglesern gemischte Berichte über diesen Shop, die meisten sprachen von 2-3/100mm Unrundheit (am Fräserschaft, 5mm von der Spannzange entfernt).

AKTUELLSTE MELDUNG von heute:

Christian aus der Steiermark berichtet soeben von einem geschliffenen Konus und 3-4µm Rundlaufgenauigkeit im Konus. Sobald Messwerte am Fräserschaft nachgeliefert werden, werde ich diese hier ergänzen. Anscheinend haben die Leute bei honestdental ähnlich den UK-Chinesen auch eine neue Einkaufsquelle? Das wäre doch erfreulich, wenn die chinesischen Hersteller endlich erkennen würden, was wir suchen. Das Ausschleifen ist wohl bei der Herstellung in China nicht allzu aufwändig.

Somit bitte ich alle Blogleser, die demächst Chinafrässpindeln kaufen, um weitere Erfahrungsberichte. Die werde ich prompt hier berichten.

Die EU, der Kapitalismus und das Volk der Griechen

Heute politisiere ich, weil es mich drückt. Obwohl ich sonst meinen Blog weitgehend von weltanschaulichen Themen frei halte. Griechenland steht nun endgültig am Abgrund und ein Ausweg, der damals, bei Bekanntwerden der Misere von den EU-Geldgebern durch massive Geldspritzen verhindert wurde, ist jetzt nicht mehr so einfach. Es werden alle verlieren. Die EU, wir, und die einfachen kleinen Griechen.

Die griechische Regierung wurde vom Volk mit einem Auftrag gewählt, den sie nie und nimmer erfüllen kann. Soweit das Tragische daran. Bei den Wahlen wurde dort leider halt allzuviel Unhaltbares versprochen, wie das ja auch bei uns üblich ist. Jetzt wird geblufft, was das Zeug hält und wer die besseren Nerven hat.

Es ist ja auch kein Zufall, dass die EZB 114 Billionen Euro freigemacht hat, um Geldscheine zu drucken, damit europaweit keine Papiergeldknappheit  und Panik ausbricht. Es ist ja auch kein Zufall, dass die Schweiz die Eurobindung aufgegeben hat – und dann waren doch noch die US-Einflüsse wegen einem längst zu wohlhabenden und einflußreichen Rußland, der tote, alte König von Saudiarabien und die ruinöse Ölpreiswaffe der Saudis. Alles innerhalb von drei Wochen. … Dumm, wer glaubt, dass da Deutschland alleine ein Süppchen kocht.

Wenn die EU sich nicht öffnet, wäre eine Rückkehr zur Drachme zu überlegen.

Immerhin würde ein griechischer Euroausstieg die mit auch unseren EU-Milliarden geretteten deutschen und griechischen Kapitalisten samt deren Banken in der Luft zerfetzen. Sei es ihnen vergönnt, auch wenn wir Kleinen dabei auch ziemlich naß werden würden. Auf der anderen Seite würde Griechenland endlich konkurrenzfähig ins Ausland verkaufen können, ob es die (noch) am Boden liegende Industrie wäre, oder der so wichtige Fremdenverkehr. Leider würde eine Drachme auch die Schulden nicht wegzaubern und Importe nach Griechenland um 200% verteuern.

Ich denke, es ist nicht die Frage, ob Griechenland oder die EU zuerst mit dem Bescheissen angefangen hat – da war vermutlich seit Jahrzehnten Gleichstand (wie war das mit der Eurotauglichkeit damals, das waren doch nie und nimmer die Griechen alleine).

Die Frage ist letztendlich eine Einzige: Was können alle Miteinander jetzt tun, um die hungernden, frierenden und deprimierten einfachen Menschen zu retten, ihnen auf Augenhöhe zu zeigen, dass es weitergeht. Doch was die Krawatten-Heinis auf beiden Seiten wie z.B. Jeroen Dijsselbloem und der deutsche Rolliminister so von sich geben, ist mehr als bedauerlich. Sie sollen dem europäischen, aber auch dem deutschen Volk, endlich eingestehen, dass nicht die Griechen das EU-Geld verzockt haben, sondern die Kapitalisten – sowohl die Eigenen, als auch die Griechischen. Das wäre ehrlich, jetzt einen Schuldenbock zu suchen, ist echt mies. Auch Syriza und Varoufakis können nicht von heute auf morgen die Heizungen aufdrehen und den Leuten Lebensmittel geben. Da müsste schon die EU her, aber die will ja nicht.

Breaking News – Pokeys als CNC-Steuerung – Manfred Schmid eröffnet Webshop

Machschmidt-Shop 2Manfred Schmidt hat soeben via Mail mitgeteilt, daß er seinen neuen Online-Shop eröffnet hat. Weiters schreibt der:

“Ich bin von „Pokeys“ so begeistert, das ich mich entschlossen habe diese Hardware mit deutschen Support zu vertreiben. Auch Software wird es zu Pokeys in deutsch geben, erste Schritte sind bereits gemacht. Dazu stehe ich in Kontakt mit „PoLabs“ und da wird noch einiges kommen.:-) Die ersten wichtigsten Sachen in der Pokeys-Software sind bereits übersetzt, weitere folgen”.

Gerade im Hinblick auf meinen letzten Artikel über die verschiedenen Smootstepper-Derivate reiht sich das Thema Pokey hier wunderbar dazu ein. Vielleicht kannst du ja das ein oder andere Teil gebrauchen, gerade wenn von LPT auf USB oder Ethernet umgerüstet werden soll.

Hier geht es zum neuee Shop: MACHSCHMIDT-SHOP

 

USBRESOURCE aus Frankreich – ein interessanter Ethernet- und USB-Smootstepper Ersatz für Mach3

Fräsen mit dem Parallelport

Viele von uns, auch ich, fräsen ja nach wie vor – recht erfolgreich – mit Steuerungen, die über den Parallelport mit dem PC verbunden sind. Diese Anbindung der Steuerung an den PC ist die billigste und bewährteste Variante seit Jahren – wenn sie funktioniert. Das ist zwar bei den allermeisten PCs der Fall, aber kann auch bei manchen Geräten ganz schön tricky werden. Allerdings gibt es einen weiteren Nachteil, den man erst dann so richtig entdeckt, wenn man die ersten Fräserfahrungen gesammelt hat. Es nervt nicht nur mich, wenn  man, während die Fräse fräst, absolut nichts Anderes daneben am PC arbeiten kann.

Schrittverluste

Immer wieder kommt es nämlich, sogar bei vermeintlich ohnehin harmlosen Taskwechseln, oder z.B. dem Öffnen einer Datei, zu Übertragungsfehlern und zu Schrittverlusten. Es reicht beispielsweise schon ein kurzer Wechsel zum Dateiexplorer, schon sind das Werkstück und der Fräser zerstört. Auch das Vorhandensein einer Netzwerkverbindung oder gar von gemappten Netzwerklaufwerken reicht beim Parallelport mitunter, Schrittverluste zu provozieren. Ein Smoothstepper würde da Abhilfe schaffen.

Smoothstepper für Ethernet oder USB

Für die, die damit nichts anzufangen wissen: Das ist eine kleine Platine aus den USA, die zwischen CNC-Steuerung und PC gehängt wird und über einen eigenen kleinen Rechenchip und auch einen eigenen Speicherchip dem PC die heiklen Aufgaben abnimmt. Man kann sich das so wie einen Puffer vorstellen, der PC wird entlastet, wenn er einmal “einige Millisekunden nicht liefern kann”, ist noch genug Reserve im Puffer des Smoothsteppers. Damit ist man immer auf der sicheren Seite und kann nebenbei am PC problemlos andere Sachen machen. Wie weit das sinnvoll ist, muss natürlich jeder selbst wissen, denn eigentlich sollte man sich schon auf den Fräsvorgang selbst konzentrieren. Aber ich mag das “Nebenbei etwas Anderes machen” trotzdem gerne, speziell bei langwierigen und kleinen Sachen: Bei einem winzigen “60mm/min” Vorschub mit einem 0,7mm-Fräser in Messing bedeuten das, oft einige Stunden fräsen und untätig daneben sitzen müssen – das ist mir fürs Zuschauen eben zu anstrengend. Ich möchte diese Zeit nutzen, zB. könnte ich inzwischen im CAM-Programm den nächsten Arbeitsschritt vorbereiten. Es gäbe noch unzählige andere sinnvolle Ideen, denn ein PC in der Werkstatt ist schon eine feine Sache, und wenn es nur Gewindetabellen, Werkstoffangaben oder andere Infos sind, die früher Zettelwirtschaft bedeutet hätten.

Teuer, aber gut

Bei mir ist das Werkstattbudget zwar  vorhanden und wird monatlich neu gefüllt, aber ich reihe, wie Ihr vermutlich auch, meine Einkäufe nach Dringlichkeit. Diese Prioritätenliste lässt eben den Smoothstepper immer wieder nach unten rutschen, nicht zuletzt deswegen, weil das gute Teil teuer ist. Der Original-Ethernet-Smooststepper (“ESS”) stammt von Warp9 Tech-Design Inc. und kostet bei uns in Europa € 198,00 (zB. beim Ch. Selig einfach-cnc.de hier, mit Gehäuse und Netzteil sind dann weitere € 59,00 zu berappen, oder bei FRASA-CNC hier, oder bei Mobasi, hier).

Ein kleiner Tipp zu Mach3:

Manfred Schmidt hat in seinem Mach3 einen eigenen Smoothstepper-Button eingebaut, wenn Ihr diesen verwendet, sind auch die letzten Probleme zwischen Smoothstepper und Mach3 gelöst.

schmidrscreen smoothstepperbuttonAlternativen

Im Web fanden sich bisher immer nur Alternativen zum Smoothstepper, die mehr oder weniger teuer waren. Der Funktionsumfang war meist kleiner, die Steuer und der Zoll für den  Import aus den USA oder Asien kam dazu und die Probleme im Garantiefall waren auch da. Beunruhigend war für mich auch, dass es dazu keinerlei (erfolgreiche) Erfahrungsberichte von Käufern, zB. in unseren bekannten CNC-Foren gab und überwiegend haben diese Händler in deren Webshop nicht einmal ein Impressum.

EDIT vom 11.02.2015:

Karl, ein CNC-Experte (bekannt als KarlG in den Foren, insbesondere “kleine robuste Fräse“) erinnert mich durch seinen Kommentar (weiter unten ) zu Recht an ein weiteres interessantes Teil: Die diversen Motioncontroller der Firma CNC-Drive aus Ungarn. Besonders der kleine Adapter UC100 (im Steckergehäuse) um € 80,00 klingt interessant. Leider habe ich bisher von keinem Blogleser dazu einen Bericht erhalten. Vielleicht hat den jemand von Euch? Bitte ggf. um Mail an mich.

Usbresoure aus Frankreich

Seit einiger Zeit fällt aber dieser Freak aus Frankreich auf. Bereits ab € 16,00 aufwärts gibt es dort interessant Lösungen, sowohl über USB als auch über Ethernet. Die Teile dort sind so angenehm klein, daß sie in das Gehäuse eines Parallelportsteckers reinpassen. Das Gehäuse kann man übrigens gleich dort sehr günstig mitkaufen.

Der gute Mann dort hat noch weitere, bessere Produkte, auch (s)ein neues Top-Produkt um € 52,00: Einen Combi-Controller, der sowohl mit USB als auch mit Ethernet geht:

USB-Ethernet-CombikontrollerCombi USB-Ethernet-Controller um € 50,00.

Im Prinzip dürfte dieses Teil wie ein Smoothstepper arbeiten. Bitte beachte aber, dass damit nicht alles geht, sondern es derzeit eher ein bisschen mehr versprechen dürfte, als es hält. Es gibt zwar schon Erfahrungen damit (z.B. in der CNC-Ecke wurde darüber berichtet), aber das Teil ist noch recht selten. Diejenigen, die das Ding schon haben, berichteten so manch Positives, zB. funktioniert alles Notwendige zuverlässig, aber Feinheiten, zB. Touchprobe (Z-Messung) gingen damals noch nicht. Der bisherige Ethernetcontroller (der Vorgänger vom Combi) konnte angeblich auch nur mit 100kHz anstatt der angegebenen 200kHz arbeiten (das kann uns Hobbbyisten allerdings ziemlich egal sein?). Ich vermute aber, dass das inzwischen auch schon nachgebessert wurde, denn die Leserberichte sind schon älter, dieser Anbieter entwickelt ständig weiter und auch kommen laufend neue Firmwarereleases raus – das Changelog auf der Webseite ist recht beachtlich und aktuell. Mein Tipp: Weiter beobachten – ich möchte demnächst bestellen. Um € 16,00, € 35,00 oder gar € 50,00 ist nicht viel verhaut. Ich tendiere zum USB-Ethernet-Combi, denn USB kann bei schlechter Abschirmung des USB-Kabels schon auch zu Störungen führen. Ethernet wiederum ist äusserst zuverlässig, der PC benötigt aber eine (weitere) Ethernet-Schnittstelle. Bei mir ist zB. der eingebaute Netzwerkanschluß schon fürs Hausnetz belegt. Aber an einer zweiten Ethernetkarte soll es ja nicht scheitern (bitte aber darauf achten, ob Ihr noch einen Steckplatz am Mainboard frei habt).

Andere Ansätze

Es gibt immer wieder Ideen dazu. Manche berichten vom Einsatz der Pokey-Karte (das ist ein Tastatur-Emulator), die anderen schwören auf einen zweiten PC, der vom Fräsen-PC unabhängig ist. Der PC hätte zwar noch Platz in meiner kleinen Hobbywerkstatt, aber nicht ein weiterer Monitor und eine weitere Tastatur/Maus. Eine interessante Idee ist, den Fräsen-PC ohne Monitor und Keyboard zu betreiben und lediglich eine Windows-Remotedesktop-Verbindung zum anderen PC aufzubauen. Das setzt aber einen guten Not-Aus-Schalter voraus, damit Schaden vermieden werden kann. Nicht unerwähnt bleiben sollten Programme, wo die Smoothstepper-ähnliche Steuerplatine mit bezahlt werden muss, damit die angebotene Software funktioniert. Das kommt günstiger als die Kombination ESS und Mach3, jedoch hat Mach3 den großen Vorteil einer riesigen Community. Ein beliebtes Programm mit eigenem Hardwarecontroller ist Eding-CNC von Bert Eding, das u.a. bei Sorotec hier erhältlich ist. CNC-USB von Planet-CNC (ebenfalls bei Sorotec hier, zu finden) aus Slowenien ist auch sehr beliebt und bietet auch für diejenigen, die gerne löten, Bastlerlösungen an (siehe DIY).

Lg, Heini

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Schaufelräder für einen Schweizer Postraddampfer

Heute habe ich etwas Neues für Euch – aus Messing cnc-gefräst, nur eine Kleinigkeit. Aber selbst für diese Kleinigkeit brauchte ich mehrere Stunden. Man kann daran schön sehen, wie genau und klein man mit CNC-Maschinen fräsen kann. Es ginge noch kleiner, aber da habe ich noch keine Erfahrung damit. Meine 130kg schwere und 1010mm lange Fräse muss hier auf 1/100mm genau arbeiten. Schon eine Ungenauigkeit im Rundlauf der Frässpindel von lediglich 1/100mm kann die 0,5mm dicken Fräser abbrechen lassen, ein winzig kleiner Bedienfehler sowieso – und die mache ich ja auch allzugerne!

Hie und da fräse ich für Freunde Sachen, die mich interessieren. Um mich dem Dampfthema näher zu kommen, habe ich mich gestern und heute in Schaufelrädern versucht, die ein Wiener Echtdampfkollege für seinen Schweizer Postraddampfer braucht. Messingfräsen ist eine schöne Arbeit, aber auch hier gilt, dass das Fräsen an sich die wenigste Arbeit an diesen Teilen ist. Das Zeichnen, Programmieren und Aufspannen kostet viel mehr Zeit, etwa das Dreifache. Allerdings ist das, wie hier bereits der Fall, bei Kleinserien recht sinnvoll. Es handelt sich um 4 gleiche Räder und somit ab dem 2. Teil ein echter Zeitgewinn.

Die Eckdaten:

  • Fräser: Zunächst 1mm Zweischneider, die Innenecken danach mit 0,5mm Zweischneider nachgefräst.
  • Vorschub 220mm/Min
  • Zustellung 0,20mm
  • Luftkühlung, vor allem zur Späneabfuhr notwendig (vorher, ohne Luftkühlung, kosteten mich herumliegende Späne einen Fräser)
  • Der Schaufelrad-Durchmesser ist 66mm
  • Die Speichen sind 1mm breit
  • Material: MS58, 1mm dick

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Es fehlen noch die Schaufeln für diese Räder, notwendig sind 36 Stück – eine echte Kleinserie. Einige andere Teile von der Dampfmaschine habe ich leichtsinnigerweise auch noch versprochen (Lagerflansche, Halteplatten, Blöcke). Aber das ist eine andere Geschichte und fad wird mir in der nächsten Zeit nicht.

Tuning des Planschlittens und des Oberschlittens

Letzte Woche habe ich mich wieder mal über den Planschlitten meiner Bernardo geärgert. Wie vom ersten Tag an war es ein einziges Ruckeln, schleifen, sowie immer leichtes Blockieren  und mein Haarlineal hat Grausiges zu Tage gebracht. Das Schaben der Chinesen mit der Flex hat einige Zehntel Millimeter an Buckelpiste ausgemacht, die „Tragfläche“ war gar keine und bestand aus lediglich 4 Tragpunkten, nämlich die 4 Außenecken, max. jeweils 3x3mm groß. Der Oberschlitten wiederum war zwar auch recht rauh, aber eher noch annehmbar plan. Aber gut beweglich war auch er nicht, die Lauffläche sah aus, wie die einer Feile mit symmetrischen, halbrunden Kerben. Auf den vielen Youtubes war ich den englischen Lathes immer recht neidig, wie leicht dort, z.B. Bei einer MyFord der Planschlitten kurbeln ging.

Da ich mich an die erfolgreichen Flachschabeversuche meines Bastelfreundes Franz aus Absdorf (siehe hier in der CNC-Ecke, Anmeldung ist zum Lesen erforderlich) erinnerte, mir das aber Andererseits nicht antun wollte, nahm ich einfach meinen Original-Hofer Supermarkt-Diamantschleifklotz (der Große mit den vier bunten Seiten, rot, gelb, lila, grün) und 6 Stunden meiner Zeit. Danach bin ich weitere 30 Minuten lang mit meinem Läppstein, den ich noch vom Düsennadelschleifen meiner Fein-Airbrushpistole hatte, drübergegangen, dadurch stellte sich rasch eine glänzende glatte Oberfläche ein, wie ich sie von guten Schraubstöcken her kannte. Weil es so gut lief, machte ich bei der Einstellleiste nochmals dasselbe Prozedere. Die Parallelität bzw. tragenden Flächen konnte ich dort zwar nicht so gut wie beim Schwalbenschwanz prüfen, aber mit den vorhandenen Messmitteln (tuschiert habe ich mit dem Edding-Marker :-)) schaute es ok aus.

Ergebnis:

  1. Das Haarlineal zeigt seither immer unter 1/100mm, die Tragfläche beträgt nun etwa 80% und ich kurble den Planschlitten jetzt lässig mit zwei Fingern – und zwar über die ganze Länge. Die Schwalbenschwanzführung ist dabei exakt eingestellt, ohne jegliches seitliches Spiel. Vorher hatte ich übrigens auf dem ganzen Verfahrweg mindestens 3 Positionen, wo es beim Kurbeln unangenehm hakte, jetzt geht es vom Anfang durch bis zum Ende ohne merklichen Widerstand – der Schlitten “schwebt” förmlich am eingeölten Bett des Schwalbenschwanzes. Die Einstellschrauben kann ich fortan auch richtig einstellen, die ideale Position ist nun rasch und einfach erkennbar. Vorher war das mühsam und schwammig, das Einstellen der einzelnen Schrauben veränderte früher immer auch die schon eingestellten anderen Schrauben, es war damals also immer eher ein “Annähern” an halbwegs vernünftige Werte – entweder hatte es vorne gezwickt, oder hinten, oder der Planschlitten hatte seitliches Spiel . Damit ist es nun vorbei!Noch mehr wollte ich nicht erreichen, das es ohnehin schon gut geht und die restlichen Chinaspuren der Flex betrachte ich als „Öltaschen“ – das scheint sogar wirklich so zu sein, sie verteilen das Öl recht gleichmässig auf die planen Führungsflächen.Auch der Oberschlitten hat jetzt eine viel bessere Bewegung, mein damaliger Kugellagerumbau bringt erst jetzt so richtig viel…
  2. Mit diesem Erfolg, trotz bescheidenem Mitteleinsatz, habe ich gar nicht gerechnet, vielleicht hatte ich einfach auch nur Glück.

So, jetzt bin ich wieder faul, nur nix überstürzen!

Ich hoffe, Euch, liebe Leser, ggeht’s enauso,
Gruß, Heini

EDIT 12.01.2015:
Auf Grund eines Wunsches eines Lesers zeige ich hier ein Beispielfoto meines Diamantschleifblocks: – dieser ist in einer schwarzen Kunststoffbox. Wenn man ihn rausnimmt, hat er bunte Seiten, jede Seite hat eine andere Feinheit. Diesen Block gibt es derzeit im LIDL-Onlineshop um ganze € 5,99

 

diamantschaerfer_schleifblock

 

 

Auf ein tolles 2015

Liebe Blogleser!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, manche Ideen konnten nicht umgesetzt werden, bei Euch nicht und bei mir nicht. Grübel und Zweifel setzen uns Erwachsenen halt manchmal sehr zu und allzu schnell flüchten wir uns in Ausreden oder banalere Dinge des Alltags, anstatt die Dinge einfach anzupacken. Unbefangen davon sind hingegen die Kinder und die Jungen. Die schaffen einfach so drauflos und freuen sich, wenn es gelingt – wenn nicht, sind sie trotzdem glücklich.

Das soll unser Motto für 2015 sein!
Ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr, viel Glück, gutes Gelingen und einen raschen Rutsch hinüber ins neue Jahr.

IMG_20141231_135533 TowerbridgeBild: Lego-Towerbridge, am Weihnachtstag
von meinem 8-jährigen Sohn alleine zusammengebaut.

Building the shay

Building the Shay (Englisch) Gebundene Ausgabe
von Kozo Hiraoka – in englischer Sprache

building the shay

Wohl mein liebstes Buch über Echtdampflokomotiven ist dieses hier – es gefällt mir so sehr, daß ich wenig später auch noch ein weiteres Buch vom selben Autor bestellt habe: Building the NEW shay. Kozo Hiraoka hat noch einige Bücher mehr geschrieben, zB. die Pennsylvania A3 switcher, die Climax, oder die Heisler. Diese Lokomotiven sind allesamt amerikanischen Ursprungs und faszinieren alleine schon durch deren Bilder, zB. auf Google-Bilder – hier – . Kozo Hiraoka war Manager beim Mitsubishi-Konzern und musste sich das Hobby selbst beibringen. Er hatte zu Beginn keine Ahnung vom Drehen, Fräsen, oder anderen Gewerken. Mit einer durchschnittlich guten Werkstattausstattung, z.B. Hobbymaschinen wie eine kleine Emco, baute er seine Lokomotiven. Um sie beschreiben zu können, lernte der Japaner extra Englisch. Umso besser für uns, denn dieses Englisch ist deswegen sehr gut lesbar und verständlich.

Sämtliche Bauschritte sind gut erklärt, mit zahlreichen Abbildungen, vor allem aber mit Bauplänen komplett ausgestattet. Ausführlich werden dann auch noch im hinteren Teil verschiedene Fertigkeiten wie Hartlöten, Hochglanzpolieren, Herstellen von Werkzeugen und Hilfsmitteln so erklärt, dass man das auch nachvollziehen und nachahmen kann. Der Autor hat auch einen eigenen Abschnitt den Übersetzungsverhältnissen gewidmet, denn der Bauplan ist in 3/4″-Scale, bei uns also eher selten. Mit den angefügten Maß-Übersetzungen kann man alle anderen Maße leicht selbst auslesen.

Wer also eine kleine Hobby-Drehmaschine, eine Hobbyfräse, allerlei Handwerkszeug und dieses Buch hat, kann sofort beginnen, die Shay nachzubauen. Hier zwinkere ich absichtlich, denn es wird nicht so einfach sein. Die Shay hat einen 3-Zylinder-Dampfantrieb mit “Bevels” und “Pinions” und einer Kurbelwelle. Die muss man erst mal bauen können. Doch einen gibt es, der das kann. Ein genialer Modellbauer, dem alles gelingt, was er angreift. Phantastisch anzusehen, wie auch alle seine anderen Werke, hat Otto (Klaus) Giller, auch Autor im Magazin “Maschinen im Modellbau” (siehe “Klaus Giller, Daimlers Zwillingsmotor von 1888, Heft 5/2013) die Shay nach diesem Buch gebaut. Seine Berichte sind einerseits so lesenswert und andererseits zeigen sie schnell, um wieviel besser dieser Mann ist!

Ihr findet seinen Shaybericht gleich zweimal in den gängigen Foren:

1. www.schienendampf.com “Bau einer Shay-Locomotive” vom User “dampfklaus” (Otto G.) – eine Registrierung im Forum ist notwendig.
2. In der Bastelstube Bau einer Shay-Lokomotive vom User “otto giller” – eine Registrierung ist vorher hier notwendig.

Doch nun wieder zurück zum Buch:

Ich sage Euch ausdrücklich, dass dieses Buch auch Sinn macht, wenn man nicht vor hat, eine Echtdampflokomotive zu bauen. Die Vielfalt an handwerklichen Fähigkeiten und Maschinenarbeiten ist vermutlich nirgendwo höher als beim Dampfmodellbau und das lernt man beispielhaft genau in diesem Buch.

Achja, wo gibt es dieses Buch zu kaufen? Ein wenig Suche ist notwendig. Ich habe meines als Antiquariat um lediglich € 38,00 zuzüglich Versand, Zustand ” fast neuwertig, ganz wenig gebraucht”, von Amazon.uk bekommen. Geliefert wurde aus den westlichen USA via Zollamt Zürich – alles in Allem eine problemlose, zollfreie Sache, summa summarum blieben die Gesamtkosten knapp unter € 50,00. Ich rate Euch, klappert immer wieder die “üblichen Verdächtigen” ab, wie zB. Amazon.uk, AbeBooks.de, Google, Ebay …

Neu gibt es das und auch andere Kozo-Bücher hier zu kaufen: Discover livesteam (USD 50,00 zuzüglich Versand aus den USA)

A Passion for Steam – was hat das mit buybuy.at zu tun?

A Passion for Steam – Small Scale Steam Locomotives and How They Work
Marc Horowitz, 2008
vergriffen – Restexamplare bei Antiquariaten

a passion to steam

Schon lange spitzte ich auf dieses längst vergriffene Buch. Preise von USD 1.450,00 bis USD 1.900,00 ließen mich aber bisher davon Abstand nehmen, ich habe ja schließlich nichts zu verschenken. Doch jetzt ist Weihnachten und der lange Wunsch wurde endlich belohnt. Ich wurde vor Weinachten bei einem englischen Buchhändler via amazon.uk fündig. 3 Buchhändler boten dieses Buch dort an, das Teuerste um GBP 1.278,00 (britische Pfund!, immerhin € 1.620,00). Meines hingegen um einfache GBP 45,00 (€ 57,00), Zustand neu, unbenützt, originalverpackt, und – das letzte erhältliche Exemplar. Leider liefert genau dieser Buchhändler weder nach Österreich, noch nach Deutschland. Nachdem ich mich nach dem ersten Entsetzen wieder beruhigt hatte und den Warenkorb schon wieder stornieren wollte, suchte ich nach eine anderen Lösung.

Diese war rasch gefunden:

buybuy.at, ein ziemlich neues Produkt unserer österreichischen Post, liefert Sachen aus USA und UK an eine lokale Versandadresse in UK oder USA und schickt das dann zu mir weiter nach Österreich, also ähnlich wie das bekannte logoix.de (nur arbeitet das halt nur für Einkäufe in Luxemburg und Deutschland). Meine neue persönliche Versandadresse klingt übrigens recht exotisch: “Mr. N.N., Unit 4 Alpha Way, Thorpe Industrial Park, Suite AT-xxxx-xxx, Egham, Surrey TW20 8RZ United Kingdom”) – ich bin gespannt, ob die britische Post damit etwas anfangen kann. Die Erstregistrierung auf buybuy ging rasch und war sehr einfach, auch der Versandkostenrechner dort ist top. Sogar Verzollung und Steuer (aus USA) wird ausgeworfen und von buybuy erledigt. Hinter dem Produkt steckt nicht nur unsere Post, sondern auch ein Vertrag mit der Singapore-Post, die ja auf Grund des Weltpost-Vertrages viel billiger arbeiten können als wir hier in Europa.

Für den ersten Versand gibt es einen 25%-Rabatt. Somit konnte ich das Buch sofort bestellen und der Versand kostet mich lediglich € 3,50 innerhalb des Königreichs und € 8,00 weiter zu mir nach Hause. Ich erwähne das auch deshalb, weil sich für uns alle damit sicher auch ganz gute Werkzeugquellen aus UK auftun könnten, die sonst verschlossen blieben? Den Versand aus England finde ich sehr günstig, der Versand aus den USA via buybuy.at scheitert allerdings meistens leider an den Kosten – also am Gewicht, am Zoll und an der Einfuhrumsatzsteuer – um die € 100,00 muss man da schon rechnen, wenn man sich an die 5kg Werkzeug schicken lässt.

Ich kenne den Inhalt des Buches noch nicht, daher werde ich zur gegebenen Zeit eine Rezension hier im Blog schreiben.

CNC-Fräsen im Modellbau: Band 3, Christoph Selig

CNC-Fräsen im Modellbau: Band 3 – Von der Idee zum fertigen Werkstück
erschienen am 15. Oktober 2007
von Christoph Selig

CNC-Fräsen im Modellbau Band 3 - Von der Idee zum fertigen Werkstück, C. Selig

Die offizielle Produktbeschreibung lautet:

Geht es Ihnen um ein perfektes Modell als Endergebnis, ist CNC-Technik also für Sie nur Mittel zum Zweck? Dann finden Sie in diesem Buch das nötige Rüstzeug, um schnell und effektiv Teile hoher Qualität für Ihre Modelle zu fertigen. Christoph Selig vermittelt Ihnen nicht nur die notwendige Theorie, sondern zeigt mit sehr konkreten Beispielen und Schritt-für Schritt-Anleitungen, wie Teile auf einer CNC-Maschine entstehen. Mehr als 170 Abbildungen mit farbigen Fotografien und Bildschirmbeispielen ergänzen den Text.

Ich habe mir im Jahr 2011, also vor dem Beginn meines Fräsenbaus,  von den 3 Büchern dieser Serie zunächst nur dieses eine gekauft. Deswegen, weil ich durch ein Jahr lesen im Internet zumindest den Fräsenbau auch so ganz gut kennengelernt hatte und eine Steuerung wollte ich nie selbst bauen, ich hatte ja das legendäre Triple Beast gekauft – und – die Steuerung ist immer allerletztes Thema, nämlich erst dann, wenn die Fräse fertig ist.

Nach mehrmaligem Durchlesen werdet Ihr die Thematik CNC nicht nur begreifen können (das ist leicht), sondern auch praktisch anwenden. Quasi so neben der Fräse, in der einen Hand das Buch. Wenn es dieses Buch nicht schafft, Euch zu helfen, dann kann das gar kein Buch! Das breite Wissen um CNC erschlägt Anfänger enorm, besonders, wenn man CAD, CAM und CNC gleichzeitig lernen muss, und nebenbei noch selbst eine Fräse baut. Trotzdem versteht man den Inhalt auf Anhieb. Das ist Herrn Selig wirklich gut gelungen. Vereinzelt liest man Kritiken, dass alle seine Werke so verfasst sind, dass man auch die anderen Bücher braucht, um die mittels Querverweisen besprochenen Themen auch wirklich verstehen zu können. Nun, bei diesem Band hatte ich kaum den Eindruck, naja, vielleicht auch deswegen, weil ich damals bereits geringe Vorkenntnisse über CNC hatte, so etwas kann sehr viel weiterhelfen?

Bei der Suchempfehlung nach einem CAM-Programm wird hier für mich allerdings nur ansatzweise und inzwischen veraltet berichtet. Es gibt am Markt neuere, billigere und bessere Cam-Programme wie zB. CamBam, daran sieht man, dass das Buch schon lange am Markt ist. Auch einige Fachausdrücke erschlagen einen da und das Thema CAM ist für mich zu kurz gehalten. Genauso hätte ich den hinteren Teil über G-Code-Erklärungen weggelassen, denn das, was da steht, gibt es via Google-Suche zigmale auch schon, auch als Pdf. Ansonsten hat das Buch einige wenige Tippfehler, das stört aber kaum.

Alles in allem empfehle ich das Buch uneingeschränkt, auch der Preis ist heiß – dieses Buch bekommt man im Raum Wien bei EMCO Wiener Neudorf – siehe dort im Onlineshop unter “Literatur” um runde € 20,00. Die Firma EMCO lege ich Euch ans Herz. Der Firmenchef, Ing. Detlef Büll, ist übrigens auch in unserem Forum, in der  “Bastelstube” vertreten.

Tipp: In der Download-Rubrik findet Ihr dort 80 Anleitungen für alle seinerzeitigen Emco-Modelle der liquidierten früheren Firma Emco von Ernst Alexander Maye aus Hallein!

Modelldampfkessel: Für den Selbstbau geeignete Konstruktionen

Modelldampfkessel: Für den Selbstbau geeignete Konstruktionen
erschienen am 2. April 2009
von Dieter Miedek

Modelldampfkessel

Die offizielle Produktbeschreibung lautet:

Kessel und Maschine sind immer als eine Einheit zu betrachten, denn die Maschine muss für ihre Arbeit eine gewisse Leistung aufbringen. Dies kann sie aber nur, wenn der Kessel genügend Energie in Form von Wasserdampf zur Verfügung stellt. Ist ein Kessel zu klein dimensioniert, wird die Maschine niemals genügend Leistung abgeben. Somit ist eigentlich der Kessel das wichtigste Element einer Dampfanlage. Dieter Miedek zeigt den Weg von der historischen Geschichte, über die theoretischen Berechnungen, die Werkzeuge und Gerätschaften, bis hin zur Fertigung eines einfachen Dampfkessels. Vor allem die Fertigkeit des Hartlötens ist eine wesentliche handwerkliche Voraussetzung zum Selbstbau einer Kesselanlage. Auch die für einen sicheren Betrieb erforderlichen Peripheriegeräte rund um den Dampfkessel kommen nicht zu kurz.

Ich möchte mich hier nicht wiederholen, denn meine andere Buchvorstellung über Dieter Miedek´s Bücher habe ich ja ohnehin im vorigen Blogbeitrag zum auch gekauften Buch ” Hartlöten – Kein Buch mit sieben Siegeln” geschrieben. Dieses Buch hat Dieter Mediek schon 2009 geschrieben, mir gefällt es noch besser. Ich möchte festhalten: Alles, was ich in der anderen Rezension über Details, Skizzen, Bilder, Verständlichkeit und Lesbarkeit geschrieben habe, gilt auch hier.

Darüber hinaus bietet dieses Buch aber soviele Spezialitäten, dass ich noch gar nicht alles bis ins letzte Detail studieren konnte. Wasserdampf, Druckberechnungen, Dampfgewinnung, Wärme, Grundlagen des Kesselbaus führen zum anschliessenden Teil über Löt-Gerätschaften, deren Handhabung und der vielen Tricks dabei über (siehe meine andere Rezension). Dieser Teil ist natürlich im anderen Buch noch detaillierter, dafür aber geht es hier genauer um die verschiedenen Materialien her, die beim Kesselbau verwendet werden können. Vor- und Nachteile von Messing, Kupfer, Blei, Zinn, Bronze, Kupfer-Zink, Neusilber, usw. . Maschineneinsatz, um Kessel bauen zu können (Biegen, Drehen, Fräsen, Pressen, Treiben, als so manche seltene Kunst). So viele bemerkenswerte Fotos von halbfertigen Kupferkesseln, Einzelteilen und Fertigungsfotos in höchster Qualität würde schon reichen, auch ohne den Text. Denn den Text muss man erst lesen. Das ist Ausbildung pur, gemischt wiederum, wie schon im anderen Buch, mit unterhaltsamen Sachen und selbst Erlebtem. Unzählige Arbeitsanleitungen, Tricks und Fertigkeiten werden nahezu auf jeder Seite “zwischendurch” serviert.

Ich kann dazu sonst nicht mehr viel sagen, außer, dass es schon viel braucht, um Dampfkessel richtig zu bauen. Das ist schließlich ein sehr schwieriges Hobby, meistens trauen sich nur erfahrene Modellbauer drüber. Nach diesem Buch weiss ich, dass ich nichts weiss. Ich komme aber mit diesem Buch Tag für Tag meinem Ziel ein Stückchen näher. Es ist eines der wenigen Bücher, die nicht gleich “kurz angeblättert” für immer im Regal verschwinden.

Eines bin ich mir sicher:
Mit diesem Buch gelingt es auch mir irgendwann, meinen ersten Kessel anzuheizen!

Hartlöten: Kein Buch mit sieben Siegeln

“Hartlöten: Kein Buch mit sieben Siegeln”
erstmals erschienen am 29. Mai 2012
von Dieter Miedek

Hartlöten - Kein Buch mit sieben Siegeln, Dieter Miedek

Die offizielle Buchbeschreibung lautet:

Hartlöten Kein Buch mit sieben Siegeln Hartlöten ist die ideale Verbindungsmöglichkeit für viele Aufgaben im Modellbau, aber auch beispielsweise bei der Restauration von Original-Fahrzeugen. Für einige Modellbauprojekte wie Dampfmaschinen und -kessel ist diese Technik sogar unabdingbar. Aber auch im Schiffs- und Truckmodellbau oder zum Beispiel für spezielle Anwendungen im Flugmodellbau, lassen sich mit dem Hartlöten stabile und dauerhafte Verbindungen herstellen. Der Autor hat in Beruf und Hobby seit Jahrzehnten Erfahrungen mit dem Hartlöten gesammelt und gibt sie in diesem Buch weiter. Physikalisch-chemische Grundlagen sowie Werkstoff- und Werkzeugkunde werden darin genauso erläutert, wie die in diesem Bereich extrem wichtigen Sicherheitsaspekte. Und natürlich kommt die Praxis des Hartlötens nicht zu kurz und wird in all ihrer Vielfalt dargestellt. Mit diesem Buch verliert das Hartlöten seinen Ruf schwierig zu sein und wird für den Modellbauer eine perfekte Ergänzung seiner Arbeitstechniken. Aus dem Inhalt: • Physikalische Eigenschaften von Gasen • Sicherheit beim Flammlöten und Schweißen • Die technischen Gase • Der Umgang mit Gasflaschen • Die Gerätschaften • Das Flammlöten – Hinweise für den Praktiker • Hilfsmittel – die kleinen Helferlein • Das Lötverfahren – Theorie ist nicht gleich Praxis • Das richtige Lotmaterial • Der Lötprozess • Kleinbrenner, Brenner für Feuerzeuggas und Gaskartuschen • Kompaktgeräte – Mobile Systeme • Die richtigen Geräte für unterschiedliche Arbeitspraktiken

Wer noch nie hartgelötet hat, stösst auf eine Reihe von tatsächlichen Problemen. Das Angebot an guten und günstigen Büchern zu diesem Thema und dazu auch noch in deutscher Sprache, ist ziemlich gering. Umso erfreulicher fand ich, dass der Autor im Jahr 2013 ein neues Buch rausgebracht hat. Herr Miedek ist selbst Dampfmodellbauer und lötet schon seit vielen Jahren Dampfkessel.

Im Buch beschreibt er zunächst die diversen, im Handel erhältlichen Geräte, alle verschiedenen Werkstoffe, alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Gase, der verschiedenen Brenner, Hartlöten mit und ohne Sauerstoff, Propan oder Butan, welche Flaschengrössen, Farben Normen, Prüfungen gibt es und wie funktioniert das Füllen bzw. Handling damit (Leihflaschen, Eigentumsflaschen, daheim Umfüllen, Flaschentauschen). Auch auf die Risiken wird hingewiesen, z.B., bei Acetylen, was als Hobbyist noch machbar ist und wovon man als Heimwerker besser die Finger lassen soll. Wieviel Energie wirklich notwendig ist, damit das oft viel zu große Halbzeug doch noch auf Temperatur gebracht werden kann. Zur Arbeitsplatzumgebung, Werkstückbefestigung, Hitzeisolierung und der richtigen Auswahl der vielen verschiedenen Hartlote gibt es Tipps und eine Tabelle, was im Handel erhältlich, bzw. wofür sinnvoll ist. Sicherheit und Gefahren werden richtig erklärt, mit allen Konsequenzen, aber ohne dem Leser Angst zu machen. Sachlich wird beschrieben, was passiert zB. wenn man Sauerstoff falsch und zu rasch umfüllt, welche Risiken haben Gasflaschen generell, wo darf man sie nicht lagern (Keller, geschlossene Räume, wie im Auto transportieren). Für Hobbyisten werden auch ausführlich die Vor- und Nachteile der billigen Sets mit Wegwerf-Gasdosen/Sauerstoffdosen beschrieben, aber auch die Brenner mit normaler Raumluft.

Besonders ausführlich beschreibt der Autor dann den eigentlichen Lötvorgang, so daß auch ich das verstanden habe. Den Unterschied zwischen Spalt- und Fugenlöten, das richtige “Draufhalten”, die notwendige Erwärmung, die Zuführung des Lotes, das Bauen und Verwenden von kleinen Helferlein. Viele scharfe, gut leserliche Skizzen und noch sehr gute Farbfotos direkt vom Löten von Werkstücken, vor allem aber der verschiedenen erhältlichen Gerätschaften runden das Buch inhaltlich ab. Diese Skizzen und Bücher sind auch immer am richtigen Platz, und nicht, wie in anderen Modellbüchern, auf ganz anderen Seiten.

Anders als viele Modellbaubücher steht dort drinnen, was draufsteht. Ich ärgere mich heute noch über diverse Bücher über Fräsen und Drehen, wo angeblich für Anfänger geschrieben wurde, aber spätestens nach wenigen Seiten Themen und Fachausdrücke gerade uns Anfänger unweigerlich überfordern. Hier, ganz anders, kann man das Buch – oft mit einem Schmunzeln – von Anfang bis Ende lesen, man versteht alles und findet auch wieder ins Thema, wenn man ein paar Tage nicht weitergelesen hat.

Ich traue mir jetzt das Hartlöten zu, Sauerstoff-Flasche samt Druckregleranzeige, CFH-Brenner und -Griffstück, Rückschlagventile und Schläuche sind schon gekauft und ich habe mir ein transportables Gerätegestell gebaut. Als Besonderheit besitze ich auch noch einen Sauerstoffkonzentrator, mit dem ich den Sauerstoff selbst herstelle (doch darüber berichte ich ein Andermal).

Als einzige Kritik könnte man anmerken, dass es ein anderes Buch von Dieter Miedek gibt, das (vorwiegend für Kesselbauer) noch besser ist – ich habe es auch gekauft: “Modelldampfkessel – Für den Selbstbau geeignete Konstruktionen” – bereits 2011 erschienen. Wer also eher Dampfkessellöten will, ist damit besser bedient. Auch dort sind ganze Passagen zu den obigen Themen und wer das Thema nicht bis ins letzte Detail lernen möchte, der ist mit diesem Buch besser bedient (ein Bericht dazu folgt hier im Blog). Für richtige Hartlöt-Anwärter sind allerdings beide Bücher derart preiswert, dass es nicht auf die paar Euros mehr ankommen wird?

Dieses Buch gibt es ab € 22,80,  ich habs bei Amazon gekauft.