Usbresource – erste Erfolge nach Kurzurlaub

Die paar Tage am Hochkar (1.500m Seehöhe) haben meinen Denkapparat wieder klarer gemacht, ich habe ausgiebige weitere Tests absolviert und kann nun einige Fortschritte vermelden.

Kurzum, die Karte bestromt nun die Motore auch dann, wenn man das Triple Beast verwendet. Norberts (“noz2008” im Nachbarforum) Bemerkungen, dass die Karte von usbresource bei den billigen Chinaboards geht, nicht aber zusammen mit dem TripleBeast bzw. dem Benezan-Bob, waren für mich auswertbare Hinweise. Die Lösung war eigentlich ganz einfach. Mach3 liefert ein Watchdogsignal ans Triplebeast und schaltet es frei, solange das Watchdogsignal anliegt. Das Triplebeast wiederum ist standardmässig so gejumpert, dass ein Watchdog erkannt werden will. Die Card von usbresource jedoch lässt das Watchdog-Signal einfach nicht durch – damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Somit musste ich nur den Jumper auf PIN 1 und 2 des 11-fachen Jumpersteckers (zu finden gleich neben dem SUBD-25 Stecker am TB) setzen, das Watchdogsignal ist dadurch disabled und die Motore werden bestromt. Soweit ich mich erinnern kann, ist diese Jumperung ja auch bei manch anderen CNC-Programmen (zB. WinPcNc?) notwendig, somit nichts Außergewöhnliches – nur draufkommen muss man mal.

Der weitere Abend hat mir allerdings weniger erfreuliche Ergebnisse beschert und ich denke, ohne Softwareupdates wird die Karte für uns noch ein richtiges “Grummelmonster”. Ich habe meine folgende Aufstellung nach dem Schweregrad der mangelnden Verwendbarkeit, so wie ich das für mich selbst sehe, gereiht.

Schwere Mängel

1.
WATCHDOG: Wie schon oben erwähnt, es wird nicht durchgelassen. Wenn man es am Steuerungsboard abschaltet, ist diese Funktion aber nicht verfügbar und das ist für mich ein schwerer Mangel, weil sicherheitsrelevant (wenn auch nicht als ausreichende Sicherheitseinrichtung anerkannt, verzichte ich trotzdem nicht gerne darauf, zumal es ja mein Beast anbietet).

2.
STOP: Beim Fräsen mit G-Code reagiert die Fräse nach Drücken des STOP-Buttons erst nach 17 Sekunden Verzögerung – ein sinnvolles Arbeit ist damit ausgeschlossen (ich hoffe, dass das nur bei mir so ist?)

3.
STOP: Bei der Referenzfahrt reagiert die Stop-Taste nicht (naja, damit kann man leben, schön ist es aber nicht)

4.
PAUSE: Beim Fräsen mit G-Code geht die PAUSE nur mit 20 Sekunden Verzögerung – damit kann man ebenfalls nicht vernünftig arbeiten (hoffentlich geht das wenigstens bei Euch?)

5.
OVERRIDE: Wenn eine Achse auf den Endschalter auffährt, kann man in Mach3 die blockierte Achse ganz einfach mit dem Override-Button trotzdem freifahren. Mit der Karte geht das allerdings nur bei der Z-Achse, bei X und Y musste ich jedesmal die Steuerung abschalten (Achsen freigängig machen) und händisch rauskurbeln – sch…..!

6.
FRÄSSPINDEL EIN: Die Frässpindel kann über Mach3 nicht ein- und ausgeschaltet werden – ich werde deswegen jedenfalls nicht einen eigenen Schalter verkabeln?

Unangenehme Mängel

1.
SOFTLIMITS Die Slowzone funktioniert zwar und die volle Fahrt wird innerhalb dieser gebremst, allerdings ist auch beim darauffolgenden Wegfahren aus der Slowzone diese Bremse da und es geht nur ganz langsam aus der -Slowzone raus. Richtigerweise aber müsste das Herausfahren aus dem Slowbereich mit normaler Geschwindigkeit erfolgen. Bei einer Slowzone von 20mm (bei meiner Eilfahrt von 8 Metern/Min ist die notwendig) kann das ganz schön dauern und nerven.

2.
SWITCH “SOFTLIMITS” im Mach3-Plugin: Die neueste Version hat ein Anklickfeld, wenn man dieses anklickt, sollen dadurch die Werkstückkoordinaten am Ende der Referenzfahrt abgenullt werden. Das funktioniert aber nicht und nicht nur das, mit dieser Funktion endet die Referenzfahrt bereits nach der Z-Achse, die X und Y-Achse werden also gar nicht mehr referenziert, weil abgebrochen. Man kann aber ohne dieses Anklickfeld zumindest referenzieren.

3.
REFERENZIEREN: Wenn der Haken “Softlimits” im Plugin gesetzt ist, wird die Speed während der Referenzfahrt von der Slowzone nochmals verlangsamt, somit ist die Fahrt doppelt so langsam. Dieses Klickfeld funktioniert also auch hier nicht.

Fehler im Zusammenhang mit der Mach3-Oberfläche “Schmidtscreen”

Für alle, die diese sehr gute Oberfläche verwenden wollen, habe ich weitere Einschränkungen entdeckt.

01.
Sofern man in der Schmidtscreen die Präzisionsreferenzfahrt aktiviert hat, findet diese nicht statt. Anstatt der zweiten, langsamen Präzisionsfahrt wird einfach eine weitere (schnelle) Referenzfahrt durchgeführt.

02.
Usbresource schaltet von sich aus bereits vor dem Referenzieren die Softlimits ab und dann wieder ein. Da es auch in der Schmidtscreen diese Funktion gibt, hat man das doppelt und “doppelt hebt sich auf”. Also muss man darauf achten, dass diese Möglichkeit in der Schmidtscreen deaktiviert ist. Das Abschalten von Softlimits beherrscht usbresource allerdings nur, wenn das ohnehin nicht funktionierende Anklickfeld “Softlimits” (siehe weiter oben) abgeschaltet ist.

03.
Weit unangenehmer und schmerzhafter für mich ist, daß die ausschließlich in der Schmidtscreen erhältliche Funktonen “Position merken” und “Zurück zur Merkposition” nicht funktionieren. Gerade, wenn man zwecks Reinigung den Fräskopf wegfahren muss, ist diese Funktion sehr wichtig. Das Merken funktioniert nicht, weder automatisch, noch per Button, natürlich funktioniert danach das Wiederanfahren der letzten Position nicht.

Zur Abwechslung mal etwas, was funktioniert hat:

Werkstück Z-Null messen (F11): Das dürfte funktionieren, zumindest habe ich das einfache Z-Messen ohne Werkzeugtabelle als in Ordnung befunden.

Vieles habe ich (noch) nicht getestet, so zB. das Werkstücknullpunkt-Vermessen via Endoskop. Mir hat es heute einfach schon “bis oben hin” gereicht, inzwischen freut es mich nicht mehr wirklich und ich denke nach …

Eine Bitte an Alle unter Euch, die dieses Teil derzeit auch testen:

Bitte probiert meine obigen Punkte alle aus und berichtet darüber, es kann ja sein, dass bei Eurer Konfiguration so manche andere Fehler auftauchen und Dinge, die bei mir nicht funktionieren, bei Euch klaglos laufen!