Weil mir heute nach dem Installieren des Fräsen-PCs Zeit blieb, entstand das “Ding” zum Kantenantasten auf X und Y. Erfunden hat das Günter Brück und er hat damals auch in diversen Foren, so auch in unserer Bastelstube, darüber berichtet.

Baustahl St37 (oder so etwas Ähnliches) lag genauso rum wie ein Rillenkugellager 6001Z, die Aufnahme sollte für meine 8mm ER-Spannzange entstehen. Den Dorn fürs Lager habe ich zunächst mit 0,15mm Übermaß gedreht, das Lager habe ich mit dem Bohrfutter in der Reitstockpinole auf den Dorn aufgepresst. Eine Anmerkung am Rande: Seit ich die Wendeplatten aus meiner Werkstatt fast gänzlich verbannt habe und dafür HSS-Drehlinge schleife, gelingt das genaue Drehen viel besser und macht auch mehr Spaß! Das Bohrfutter in der Pinole nahm ich, weil ich die Spannbacken genau auf den Durchmesser des Innenrings vom Kugellager einstellen konnte. Der Dorn war, wie ich schon vorher erwähnt hatte, ein “wassogradherumlag”, vermutlich zu weich, und deswegen flog mir das Kugellager beim Ausprobieren nach einiger Zeit trotz des (“leichten”) Aufpressens wieder runter. Die Lösung: Ein bisschen reinigen mit Aceton auf beiden Teilen und dann China-Superkleber vom TEDI (10 Tuben um € 1,00 oder so ähnlich?). Das hält bombenfest, auch auf meinen Fingern …

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Als Referenzprodukt musste mein kleiner Chinese herhalten:Chinese

Die Ergebnisse:

Bei beiden, also beim Kugellagertaster, als auch beim Chinesen, lief die Frässpindel mit 800-900 U/min. Ich hatte das X-Null meines Halbzeugs mit dem CNC-Handrad oft angekurbelt, um Zufälle auszuschliessen. Der Chinese erreicht im Durchschnitt etwa 3/100mm Wiederholgenauigkeit auf den DRO-Anzeigen der CNC-Software – das Erkennen, wann die Kante angetastet ist, ist bei diesem Kantentaster schwierig. Beim selbstgebauten Kugellagertaster hingegen habe ich eine Wiederholgenauigkeit von 0,005mm (schlechtester Wert) erreicht. Es ist mit freiem Auge wirklich sehr einfach zu erkennen, sobald das Kugellager stehenbleibt. Einziger Nachteil: Wenn man dieselbe Stelle mehr als 2-3mal anfährt, so verliert das Halbzeug (bei mir Aluminium) durchs Anreiben an Material (etwa 1/100mm).

Resümee:

Gekostet hat es nichts, weil die Teile da herum lagen, Spaß hat es mir viel gemacht und verwenden werde ich das Drumm wohl auch.

PS:

Da ich auch noch wuzikleine Minikugellager aus einem alten PC-Drucker oder einer Festplatte, oder sonstwo her habe, werde ich mir das Teil auch noch für “kleinere Werkstücke” als handliche Miniaturausführung bauen …