(98) Firmenvorstellungen(99) AllerleiAlles anzeigen

Halbzeug vom Wiener Schrottplatz

Dieser Text ist ein Bericht über meine neuesten Erfahrungen für billiges Halbzeug im Raume Wiens. Es wäre toll, wenn daraus durch Eure Kommentare zu diesem Beitrag eine Erfahrungs- und Ideenbörse werden könnte. Im Umland Wien wohnen ja einige Forenmitglieder, aber vielleicht ist das Thema auch für andere Gegenden interessant. Eigentlich stammt der Text aus einem meiner letzten PNs an ein Forenmitglied der Bastelstube, aber ich dachte, womöglich interessiert das Euch auch, bzw. habt Ihr wiederum ähnliche Tipps, die Ihr hier anhängen könnt. (normalerweise sind ja Schrottplatztipps Geheimsache )

Also los:

Der Schrotthändler meiner Wahl ist der Eisen-Schmid in Floridsdorf (Strebersdorf). Dort könnt Ihr nach Herzenslust zwischen den allzeitig anwesenden Ausländern aller Länder stöbern. Die Messing-, Rotguss-, etc. Sachen sind meistens ein wenig versteckt, aber zu finden. Falls es noch nicht aus sein sollte, hat er zB. derzeit eine kleine Schütte mit Rundmaterial aus Rotguss und aus Messing, ca. 5cm dick und ca. 40cm lang (siehe Foto). Er verlangt dafür ca. 3,00-4,00 Euro/kg (irgendwo dazwischen halt, genau habe ich es mir nicht gemerkt). Zum Vergleich: Beim Petzold zahlte ich für 0,45kg € 9,90 (also € 22,00 fürs kg; da beginnt man rasch zu überlegen, ob das neueste Werkstück unbedingt aus Messing sein muss?). Zuletzt hatte ich Rundmaterial mit 20cm Länge und ca. 15mm dick gefunden, jeweils ein Loch an den Enden quer durch, ein anderes Mal kam gerade der Sohn eines verstorbenen Bastlers rein, der Ähnliches, aber aus Rotguss zum Ankauf vorbeibrachte. Es war aber nur 1 Minute im Besitz von Eisen-Schmid, seither gehört es mir. Der Zweitbetrieb vom Schmid ist in Mistelbach, dort steht seine Mutter am Platz und mich findet Ihr dort auch immer mal wieder (dort habe ich ja längere Zeit gewohnt). Im Gegensatz zum Wiener Platz gibt es in Mistelbach sehr viel an neuen Baustahlprofilen (Rundmaterial, Eckmaterial, Flachmaterial) alles B-Ware (Maßungenauigkeiten) zum guten Preis. Die örtlichen Baustahl-Künstler tummeln sich dort häufig, weil günstig. In Floridsdorf gibt es auch sehr viel an dünnen Aluplattenresten 2mm, etwa 20-30cm mal bis zu 120cm. Es ist anscheinend irgendeine Spenglerei in der Nähe … Die Teile sind zwar nicht sehr hart (Spengler wollen das ja schneiden und biegen können) aber halbwegs fräsbar (mit Autowischwasch gehts).

Am Platz stehen der Hr. Schmid selber (ca. 50 Jahre, eher klein, meistens im Haus drinnen und ander Kassa) und ein jüngerer Verkäufer (ca. 30 Jahre, sehr nett). Der Verkäufer hat selbst eine Drehe, nutzt sie aber nicht. Er weiss aber, was wir wollen, wenn man ihn drauf anredet und hie und da hat zeigt er auch seine Schätze, wenn er grad welche für uns hat.

Ein tolles Erlebnis dort ist auch die umgangreiche Beton-Box (ca. 7 Meter x 5 Meter x 3 Meter Höhe) an Kabeln aller Art. Dort findest Du Berge an nagelneuen Cat5-, Cat6-Kabeln (mit sehr grossen Längen) von Großbauten, die, wenn übriggeblieben, einfach entsorgt wurden. Auch 3adrige und 5adrige Mantelleitungen YM und YYM gibt es dort neu zum Schrottpreis. Ich habe mir damit zB. eine 400V-Verlängerung mit 10m gebaut. Preis vom Kabel ca. 2 Euro, dazu 2 400V-Stecker/Buchse vom Hornbach um je € 2,45. Eine andere Betonbox ist meistens voll mit Elektromotoren aller Grössen und Zustände, oft sind noch die defekten Pumpen angeflanscht. Die Frage ist, ob da möglicherweise ganz gute Stücke zu finden wären, das ist halt die „Katze im Sack“.

Einen weiteren Schrotthändler gibt es noch in Tulln, mit der Besitzerin Hilde Eder hatte ich schon zweimal (beruflich) urnett am Telefon geplaudert, hatte aber noch keine Zeit, dorthin zu fahren. Sie meinte aber, dass meine Bedürfnisse eher selten am Platz seien. Die Frau Eder hat keine eigene Homepage, die Betriebszeiten kann ich Euch aber verraten (Mo-Fr bis 17h, Samstag 9-12h). Eine gute Schrottquelle für Alu-Ronden bzw. Alurundmaterial würde ich übigens noch suchen – wer da Tipps hat, bitte, gerne, her damit!

Alle drei Schrottplätze könnt Ihr übrigens via Googlemaps ganz gut 3-dimensional auskundschaften (leider reicht das Zoom nicht, um das gute Material zu finden). Schaut immer auf die Betriebszeiten, in Tulln kommt beispielsweise hinzu, dass Fr. Eder bei Gewittergefahr sofort dichtmacht.

2 Gedanken zu „Halbzeug vom Wiener Schrottplatz

  • Thomas Rudolf

    Eder in Tulln ist gut – Vor allem bei Alu! leider baue ich immer weniger mit Alu sondern immer mehr mit Meesing, aber auch das lässt sich gelegentlich in Stangenform abstauben!

  • Thomas Rudolf

    Ach ja, wenn jemand was spezielles braucht, kann ich gerne zum Eder in Tulln schauen. Schreibt mir einfach!

Kommentare sind geschlossen.