Kauf daheim?

Liebe Blogleser!

Ich veröffentliche hier ja hin- und wieder Artikel, wie man Werkstattsachen am günstigsten via Paketdienst, China, Schnäppchen etc. bekommt. Das führte naturgemäß auch zu einigen Mails an mich. Dazu habe ich mir Gedanken gemacht und den folgenden Beitrag für meine Leser, also Euch, verfasst.

Die Wirtschaft lässt uns, der Bevölkerung, über ihre Handlanger, nämlich den Politikern, ausrichten:

Schneller – billiger – rascher – mehr arbeiten – bei weniger Lohn. Wir sollen möglichst alle arbeiten gehen und bis spätabends berufstätig sein, kindererziehende Hausfrauen und Familie gibt’s hoffentlich nicht mehr, oder sie werden aufs Notwendigste eingeschränkt. Die Steuergelder geben wir lieber für Unterstützung der Erziehung, Super-Nannys, Kindesabnahmen und Multikulti-Kosten für Migranten in Kindergärten oder Schulen aus.

Bitte, geht’s auch abends viel und fleißig in In-Lokale und auf Großveranstaltungen – die Wirtschaft braucht das nämlich. Dazwischen fahren wir noch eilig in die Putzerei, denn für daheim reinigen reicht es nicht mehr. Fertigessen? Na klar, wird uns ja über die Werbung eingetrichtert, ist angeblich viel einfacher und außerdem bringt es der Bofrost zur Tür – selber kochen ist ohnehin out und kostet viel zu viel Zeit, die wir lieber in Freizeitoasen und Thermen verbringen sollen, die die Natur nahezu perfekt (aus Plastik?) kopieren.

Der nächste logische Schritt ist längst eingeläutet:

Weg mit den sündteuren, Energie- Personal- und Raum- fressenden Einkaufstempeln, hin zum schlanken Internet mit netten Bildern, günstigsten Preisen und raschen Lieferungen. Service und Kundenzufriedenheit ganz oben, H &M, Zalando, Amazon – alle nehmen die Waren selbstverständlich ohne Nachfragen bei Nichtgefallen zurück. Hatten wir das beim regionalen Einkauf auch? Oder ist schon wieder ein Nachmittag im Eimer, mit dem Risiko des Parkschadens, der gebührenpflichtigen Kurzpark-Abzocke, dem Rückbau der Autostraßen wegen den Grünen? Wir müssen uns nicht mehr nachmittagslang in Autokolonnen einreihen, an Kassen anstellen, Pseudoberatung in Kauf nehmen und sparen durch günstigere Preise auch noch Geld. Geld, das wir dringend brauchen, denn Geld Überfluss haben wir Haushalte schon längst nicht mehr.

Ich selbst soll beispielsweise auf Grund meiner dauerhaft angeschlagenen Gesundheit Menschenansammlungen meiden – also gehe ich lieber in der ersparten Zeit an die Luft. Der Paketbote transportiert die Bestellungen günstiger und billiger, als ich das selbst könnte, und ich freue mich schon auf die angekündigten automatischen Paketboxen vor der Haustür. Geld gespart, Zeit gespart, und die Recherche über die Produktezufriedenheit im Internet macht mir viel Spaß.

Mir werden die regionalen Shoppingtempel, meist weit außerhalb der gewachsenen Ortskernstruktur, nicht abgehen. Leid tun mir aber die vielen Kleinen, alle die, drinnen im Stadtkern.

Die Wirtschaft hat den Kuchen selbst verbockt! Jetzt zu behaupten, wir die Konsumenten könnten die Welt retten, ist schon ein bisschen gewagt, finde ich?

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