Building the shay

Building the Shay (Englisch) Gebundene Ausgabe
von Kozo Hiraoka – in englischer Sprache

building the shay

Wohl mein liebstes Buch über Echtdampflokomotiven ist dieses hier – es gefällt mir so sehr, daß ich wenig später auch noch ein weiteres Buch vom selben Autor bestellt habe: Building the NEW shay. Kozo Hiraoka hat noch einige Bücher mehr geschrieben, zB. die Pennsylvania A3 switcher, die Climax, oder die Heisler. Diese Lokomotiven sind allesamt amerikanischen Ursprungs und faszinieren alleine schon durch deren Bilder, zB. auf Google-Bilder – hier – . Kozo Hiraoka war Manager beim Mitsubishi-Konzern und musste sich das Hobby selbst beibringen. Er hatte zu Beginn keine Ahnung vom Drehen, Fräsen, oder anderen Gewerken. Mit einer durchschnittlich guten Werkstattausstattung, z.B. Hobbymaschinen wie eine kleine Emco, baute er seine Lokomotiven. Um sie beschreiben zu können, lernte der Japaner extra Englisch. Umso besser für uns, denn dieses Englisch ist deswegen sehr gut lesbar und verständlich.

Sämtliche Bauschritte sind gut erklärt, mit zahlreichen Abbildungen, vor allem aber mit Bauplänen komplett ausgestattet. Ausführlich werden dann auch noch im hinteren Teil verschiedene Fertigkeiten wie Hartlöten, Hochglanzpolieren, Herstellen von Werkzeugen und Hilfsmitteln so erklärt, dass man das auch nachvollziehen und nachahmen kann. Der Autor hat auch einen eigenen Abschnitt den Übersetzungsverhältnissen gewidmet, denn der Bauplan ist in 3/4″-Scale, bei uns also eher selten. Mit den angefügten Maß-Übersetzungen kann man alle anderen Maße leicht selbst auslesen.

Wer also eine kleine Hobby-Drehmaschine, eine Hobbyfräse, allerlei Handwerkszeug und dieses Buch hat, kann sofort beginnen, die Shay nachzubauen. Hier zwinkere ich absichtlich, denn es wird nicht so einfach sein. Die Shay hat einen 3-Zylinder-Dampfantrieb mit „Bevels“ und „Pinions“ und einer Kurbelwelle. Die muss man erst mal bauen können. Doch einen gibt es, der das kann. Ein genialer Modellbauer, dem alles gelingt, was er angreift. Phantastisch anzusehen, wie auch alle seine anderen Werke, hat Otto (Klaus) Giller, auch Autor im Magazin „Maschinen im Modellbau“ (siehe „Klaus Giller, Daimlers Zwillingsmotor von 1888, Heft 5/2013) die Shay nach diesem Buch gebaut. Seine Berichte sind einerseits so lesenswert und andererseits zeigen sie schnell, um wieviel besser dieser Mann ist!

Ihr findet seinen Shaybericht gleich zweimal in den gängigen Foren:

1. www.schienendampf.com „Bau einer Shay-Locomotive“ vom User „dampfklaus“ (Otto G.) – eine Registrierung im Forum ist notwendig.
2. In der Bastelstube Bau einer Shay-Lokomotive vom User „otto giller“ – eine Registrierung ist vorher hier notwendig.

Doch nun wieder zurück zum Buch:

Ich sage Euch ausdrücklich, dass dieses Buch auch Sinn macht, wenn man nicht vor hat, eine Echtdampflokomotive zu bauen. Die Vielfalt an handwerklichen Fähigkeiten und Maschinenarbeiten ist vermutlich nirgendwo höher als beim Dampfmodellbau und das lernt man beispielhaft genau in diesem Buch.

Achja, wo gibt es dieses Buch zu kaufen? Ein wenig Suche ist notwendig. Ich habe meines als Antiquariat um lediglich € 38,00 zuzüglich Versand, Zustand “ fast neuwertig, ganz wenig gebraucht“, von Amazon.uk bekommen. Geliefert wurde aus den westlichen USA via Zollamt Zürich – alles in Allem eine problemlose, zollfreie Sache, summa summarum blieben die Gesamtkosten knapp unter € 50,00. Ich rate Euch, klappert immer wieder die „üblichen Verdächtigen“ ab, wie zB. Amazon.uk, AbeBooks.de, Google, Ebay …

Neu gibt es das und auch andere Kozo-Bücher hier zu kaufen: Discover livesteam (USD 50,00 zuzüglich Versand aus den USA)

A Passion for Steam – was hat das mit buybuy.at zu tun?

A Passion for Steam – Small Scale Steam Locomotives and How They Work
Marc Horowitz, 2008
vergriffen – Restexamplare bei Antiquariaten

a passion to steam

Schon lange spitzte ich auf dieses längst vergriffene Buch. Preise von USD 1.450,00 bis USD 1.900,00 ließen mich aber bisher davon Abstand nehmen, ich habe ja schließlich nichts zu verschenken. Doch jetzt ist Weihnachten und der lange Wunsch wurde endlich belohnt. Ich wurde vor Weinachten bei einem englischen Buchhändler via amazon.uk fündig. 3 Buchhändler boten dieses Buch dort an, das Teuerste um GBP 1.278,00 (britische Pfund!, immerhin € 1.620,00). Meines hingegen um einfache GBP 45,00 (€ 57,00), Zustand neu, unbenützt, originalverpackt, und – das letzte erhältliche Exemplar. Leider liefert genau dieser Buchhändler weder nach Österreich, noch nach Deutschland. Nachdem ich mich nach dem ersten Entsetzen wieder beruhigt hatte und den Warenkorb schon wieder stornieren wollte, suchte ich nach eine anderen Lösung.

Diese war rasch gefunden:

buybuy.at, ein ziemlich neues Produkt unserer österreichischen Post, liefert Sachen aus USA und UK an eine lokale Versandadresse in UK oder USA und schickt das dann zu mir weiter nach Österreich, also ähnlich wie das bekannte logoix.de (nur arbeitet das halt nur für Einkäufe in Luxemburg und Deutschland). Meine neue persönliche Versandadresse klingt übrigens recht exotisch: „Mr. N.N., Unit 4 Alpha Way, Thorpe Industrial Park, Suite AT-xxxx-xxx, Egham, Surrey TW20 8RZ United Kingdom“) – ich bin gespannt, ob die britische Post damit etwas anfangen kann. Die Erstregistrierung auf buybuy ging rasch und war sehr einfach, auch der Versandkostenrechner dort ist top. Sogar Verzollung und Steuer (aus USA) wird ausgeworfen und von buybuy erledigt. Hinter dem Produkt steckt nicht nur unsere Post, sondern auch ein Vertrag mit der Singapore-Post, die ja auf Grund des Weltpost-Vertrages viel billiger arbeiten können als wir hier in Europa.

Für den ersten Versand gibt es einen 25%-Rabatt. Somit konnte ich das Buch sofort bestellen und der Versand kostet mich lediglich € 3,50 innerhalb des Königreichs und € 8,00 weiter zu mir nach Hause. Ich erwähne das auch deshalb, weil sich für uns alle damit sicher auch ganz gute Werkzeugquellen aus UK auftun könnten, die sonst verschlossen blieben? Den Versand aus England finde ich sehr günstig, der Versand aus den USA via buybuy.at scheitert allerdings meistens leider an den Kosten – also am Gewicht, am Zoll und an der Einfuhrumsatzsteuer – um die € 100,00 muss man da schon rechnen, wenn man sich an die 5kg Werkzeug schicken lässt.

Ich kenne den Inhalt des Buches noch nicht, daher werde ich zur gegebenen Zeit eine Rezension hier im Blog schreiben.

CNC-Fräsen im Modellbau: Band 3, Christoph Selig

CNC-Fräsen im Modellbau: Band 3 – Von der Idee zum fertigen Werkstück
erschienen am 15. Oktober 2007
von Christoph Selig

CNC-Fräsen im Modellbau Band 3 - Von der Idee zum fertigen Werkstück, C. Selig

Die offizielle Produktbeschreibung lautet:

Geht es Ihnen um ein perfektes Modell als Endergebnis, ist CNC-Technik also für Sie nur Mittel zum Zweck? Dann finden Sie in diesem Buch das nötige Rüstzeug, um schnell und effektiv Teile hoher Qualität für Ihre Modelle zu fertigen. Christoph Selig vermittelt Ihnen nicht nur die notwendige Theorie, sondern zeigt mit sehr konkreten Beispielen und Schritt-für Schritt-Anleitungen, wie Teile auf einer CNC-Maschine entstehen. Mehr als 170 Abbildungen mit farbigen Fotografien und Bildschirmbeispielen ergänzen den Text.

Ich habe mir im Jahr 2011, also vor dem Beginn meines Fräsenbaus,  von den 3 Büchern dieser Serie zunächst nur dieses eine gekauft. Deswegen, weil ich durch ein Jahr lesen im Internet zumindest den Fräsenbau auch so ganz gut kennengelernt hatte und eine Steuerung wollte ich nie selbst bauen, ich hatte ja das legendäre Triple Beast gekauft – und – die Steuerung ist immer allerletztes Thema, nämlich erst dann, wenn die Fräse fertig ist.

Nach mehrmaligem Durchlesen werdet Ihr die Thematik CNC nicht nur begreifen können (das ist leicht), sondern auch praktisch anwenden. Quasi so neben der Fräse, in der einen Hand das Buch. Wenn es dieses Buch nicht schafft, Euch zu helfen, dann kann das gar kein Buch! Das breite Wissen um CNC erschlägt Anfänger enorm, besonders, wenn man CAD, CAM und CNC gleichzeitig lernen muss, und nebenbei noch selbst eine Fräse baut. Trotzdem versteht man den Inhalt auf Anhieb. Das ist Herrn Selig wirklich gut gelungen. Vereinzelt liest man Kritiken, dass alle seine Werke so verfasst sind, dass man auch die anderen Bücher braucht, um die mittels Querverweisen besprochenen Themen auch wirklich verstehen zu können. Nun, bei diesem Band hatte ich kaum den Eindruck, naja, vielleicht auch deswegen, weil ich damals bereits geringe Vorkenntnisse über CNC hatte, so etwas kann sehr viel weiterhelfen?

Bei der Suchempfehlung nach einem CAM-Programm wird hier für mich allerdings nur ansatzweise und inzwischen veraltet berichtet. Es gibt am Markt neuere, billigere und bessere Cam-Programme wie zB. CamBam, daran sieht man, dass das Buch schon lange am Markt ist. Auch einige Fachausdrücke erschlagen einen da und das Thema CAM ist für mich zu kurz gehalten. Genauso hätte ich den hinteren Teil über G-Code-Erklärungen weggelassen, denn das, was da steht, gibt es via Google-Suche zigmale auch schon, auch als Pdf. Ansonsten hat das Buch einige wenige Tippfehler, das stört aber kaum.

Alles in allem empfehle ich das Buch uneingeschränkt, auch der Preis ist heiß – dieses Buch bekommt man im Raum Wien bei EMCO Wiener Neudorf – siehe dort im Onlineshop unter „Literatur“ um runde € 20,00. Die Firma EMCO lege ich Euch ans Herz. Der Firmenchef, Ing. Detlef Büll, ist übrigens auch in unserem Forum, in der  „Bastelstube“ vertreten.

Tipp: In der Download-Rubrik findet Ihr dort 80 Anleitungen für alle seinerzeitigen Emco-Modelle der liquidierten früheren Firma Emco von Ernst Alexander Maye aus Hallein!

Modelldampfkessel: Für den Selbstbau geeignete Konstruktionen

Modelldampfkessel: Für den Selbstbau geeignete Konstruktionen
erschienen am 2. April 2009
von Dieter Miedek

Modelldampfkessel

Die offizielle Produktbeschreibung lautet:

Kessel und Maschine sind immer als eine Einheit zu betrachten, denn die Maschine muss für ihre Arbeit eine gewisse Leistung aufbringen. Dies kann sie aber nur, wenn der Kessel genügend Energie in Form von Wasserdampf zur Verfügung stellt. Ist ein Kessel zu klein dimensioniert, wird die Maschine niemals genügend Leistung abgeben. Somit ist eigentlich der Kessel das wichtigste Element einer Dampfanlage. Dieter Miedek zeigt den Weg von der historischen Geschichte, über die theoretischen Berechnungen, die Werkzeuge und Gerätschaften, bis hin zur Fertigung eines einfachen Dampfkessels. Vor allem die Fertigkeit des Hartlötens ist eine wesentliche handwerkliche Voraussetzung zum Selbstbau einer Kesselanlage. Auch die für einen sicheren Betrieb erforderlichen Peripheriegeräte rund um den Dampfkessel kommen nicht zu kurz.

Ich möchte mich hier nicht wiederholen, denn meine andere Buchvorstellung über Dieter Miedek´s Bücher habe ich ja ohnehin im vorigen Blogbeitrag zum auch gekauften Buch “ Hartlöten – Kein Buch mit sieben Siegeln“ geschrieben. Dieses Buch hat Dieter Mediek schon 2009 geschrieben, mir gefällt es noch besser. Ich möchte festhalten: Alles, was ich in der anderen Rezension über Details, Skizzen, Bilder, Verständlichkeit und Lesbarkeit geschrieben habe, gilt auch hier.

Darüber hinaus bietet dieses Buch aber soviele Spezialitäten, dass ich noch gar nicht alles bis ins letzte Detail studieren konnte. Wasserdampf, Druckberechnungen, Dampfgewinnung, Wärme, Grundlagen des Kesselbaus führen zum anschliessenden Teil über Löt-Gerätschaften, deren Handhabung und der vielen Tricks dabei über (siehe meine andere Rezension). Dieser Teil ist natürlich im anderen Buch noch detaillierter, dafür aber geht es hier genauer um die verschiedenen Materialien her, die beim Kesselbau verwendet werden können. Vor- und Nachteile von Messing, Kupfer, Blei, Zinn, Bronze, Kupfer-Zink, Neusilber, usw. . Maschineneinsatz, um Kessel bauen zu können (Biegen, Drehen, Fräsen, Pressen, Treiben, als so manche seltene Kunst). So viele bemerkenswerte Fotos von halbfertigen Kupferkesseln, Einzelteilen und Fertigungsfotos in höchster Qualität würde schon reichen, auch ohne den Text. Denn den Text muss man erst lesen. Das ist Ausbildung pur, gemischt wiederum, wie schon im anderen Buch, mit unterhaltsamen Sachen und selbst Erlebtem. Unzählige Arbeitsanleitungen, Tricks und Fertigkeiten werden nahezu auf jeder Seite „zwischendurch“ serviert.

Ich kann dazu sonst nicht mehr viel sagen, außer, dass es schon viel braucht, um Dampfkessel richtig zu bauen. Das ist schließlich ein sehr schwieriges Hobby, meistens trauen sich nur erfahrene Modellbauer drüber. Nach diesem Buch weiss ich, dass ich nichts weiss. Ich komme aber mit diesem Buch Tag für Tag meinem Ziel ein Stückchen näher. Es ist eines der wenigen Bücher, die nicht gleich „kurz angeblättert“ für immer im Regal verschwinden.

Eines bin ich mir sicher:
Mit diesem Buch gelingt es auch mir irgendwann, meinen ersten Kessel anzuheizen!

Hartlöten: Kein Buch mit sieben Siegeln

„Hartlöten: Kein Buch mit sieben Siegeln“
erstmals erschienen am 29. Mai 2012
von Dieter Miedek

Hartlöten - Kein Buch mit sieben Siegeln, Dieter Miedek

Die offizielle Buchbeschreibung lautet:

Hartlöten Kein Buch mit sieben Siegeln Hartlöten ist die ideale Verbindungsmöglichkeit für viele Aufgaben im Modellbau, aber auch beispielsweise bei der Restauration von Original-Fahrzeugen. Für einige Modellbauprojekte wie Dampfmaschinen und -kessel ist diese Technik sogar unabdingbar. Aber auch im Schiffs- und Truckmodellbau oder zum Beispiel für spezielle Anwendungen im Flugmodellbau, lassen sich mit dem Hartlöten stabile und dauerhafte Verbindungen herstellen. Der Autor hat in Beruf und Hobby seit Jahrzehnten Erfahrungen mit dem Hartlöten gesammelt und gibt sie in diesem Buch weiter. Physikalisch-chemische Grundlagen sowie Werkstoff- und Werkzeugkunde werden darin genauso erläutert, wie die in diesem Bereich extrem wichtigen Sicherheitsaspekte. Und natürlich kommt die Praxis des Hartlötens nicht zu kurz und wird in all ihrer Vielfalt dargestellt. Mit diesem Buch verliert das Hartlöten seinen Ruf schwierig zu sein und wird für den Modellbauer eine perfekte Ergänzung seiner Arbeitstechniken. Aus dem Inhalt: • Physikalische Eigenschaften von Gasen • Sicherheit beim Flammlöten und Schweißen • Die technischen Gase • Der Umgang mit Gasflaschen • Die Gerätschaften • Das Flammlöten – Hinweise für den Praktiker • Hilfsmittel – die kleinen Helferlein • Das Lötverfahren – Theorie ist nicht gleich Praxis • Das richtige Lotmaterial • Der Lötprozess • Kleinbrenner, Brenner für Feuerzeuggas und Gaskartuschen • Kompaktgeräte – Mobile Systeme • Die richtigen Geräte für unterschiedliche Arbeitspraktiken

Wer noch nie hartgelötet hat, stösst auf eine Reihe von tatsächlichen Problemen. Das Angebot an guten und günstigen Büchern zu diesem Thema und dazu auch noch in deutscher Sprache, ist ziemlich gering. Umso erfreulicher fand ich, dass der Autor im Jahr 2013 ein neues Buch rausgebracht hat. Herr Miedek ist selbst Dampfmodellbauer und lötet schon seit vielen Jahren Dampfkessel.

Im Buch beschreibt er zunächst die diversen, im Handel erhältlichen Geräte, alle verschiedenen Werkstoffe, alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Gase, der verschiedenen Brenner, Hartlöten mit und ohne Sauerstoff, Propan oder Butan, welche Flaschengrössen, Farben Normen, Prüfungen gibt es und wie funktioniert das Füllen bzw. Handling damit (Leihflaschen, Eigentumsflaschen, daheim Umfüllen, Flaschentauschen). Auch auf die Risiken wird hingewiesen, z.B., bei Acetylen, was als Hobbyist noch machbar ist und wovon man als Heimwerker besser die Finger lassen soll. Wieviel Energie wirklich notwendig ist, damit das oft viel zu große Halbzeug doch noch auf Temperatur gebracht werden kann. Zur Arbeitsplatzumgebung, Werkstückbefestigung, Hitzeisolierung und der richtigen Auswahl der vielen verschiedenen Hartlote gibt es Tipps und eine Tabelle, was im Handel erhältlich, bzw. wofür sinnvoll ist. Sicherheit und Gefahren werden richtig erklärt, mit allen Konsequenzen, aber ohne dem Leser Angst zu machen. Sachlich wird beschrieben, was passiert zB. wenn man Sauerstoff falsch und zu rasch umfüllt, welche Risiken haben Gasflaschen generell, wo darf man sie nicht lagern (Keller, geschlossene Räume, wie im Auto transportieren). Für Hobbyisten werden auch ausführlich die Vor- und Nachteile der billigen Sets mit Wegwerf-Gasdosen/Sauerstoffdosen beschrieben, aber auch die Brenner mit normaler Raumluft.

Besonders ausführlich beschreibt der Autor dann den eigentlichen Lötvorgang, so daß auch ich das verstanden habe. Den Unterschied zwischen Spalt- und Fugenlöten, das richtige „Draufhalten“, die notwendige Erwärmung, die Zuführung des Lotes, das Bauen und Verwenden von kleinen Helferlein. Viele scharfe, gut leserliche Skizzen und noch sehr gute Farbfotos direkt vom Löten von Werkstücken, vor allem aber der verschiedenen erhältlichen Gerätschaften runden das Buch inhaltlich ab. Diese Skizzen und Bücher sind auch immer am richtigen Platz, und nicht, wie in anderen Modellbüchern, auf ganz anderen Seiten.

Anders als viele Modellbaubücher steht dort drinnen, was draufsteht. Ich ärgere mich heute noch über diverse Bücher über Fräsen und Drehen, wo angeblich für Anfänger geschrieben wurde, aber spätestens nach wenigen Seiten Themen und Fachausdrücke gerade uns Anfänger unweigerlich überfordern. Hier, ganz anders, kann man das Buch – oft mit einem Schmunzeln – von Anfang bis Ende lesen, man versteht alles und findet auch wieder ins Thema, wenn man ein paar Tage nicht weitergelesen hat.

Ich traue mir jetzt das Hartlöten zu, Sauerstoff-Flasche samt Druckregleranzeige, CFH-Brenner und -Griffstück, Rückschlagventile und Schläuche sind schon gekauft und ich habe mir ein transportables Gerätegestell gebaut. Als Besonderheit besitze ich auch noch einen Sauerstoffkonzentrator, mit dem ich den Sauerstoff selbst herstelle (doch darüber berichte ich ein Andermal).

Als einzige Kritik könnte man anmerken, dass es ein anderes Buch von Dieter Miedek gibt, das (vorwiegend für Kesselbauer) noch besser ist – ich habe es auch gekauft: „Modelldampfkessel – Für den Selbstbau geeignete Konstruktionen“ – bereits 2011 erschienen. Wer also eher Dampfkessellöten will, ist damit besser bedient. Auch dort sind ganze Passagen zu den obigen Themen und wer das Thema nicht bis ins letzte Detail lernen möchte, der ist mit diesem Buch besser bedient (ein Bericht dazu folgt hier im Blog). Für richtige Hartlöt-Anwärter sind allerdings beide Bücher derart preiswert, dass es nicht auf die paar Euros mehr ankommen wird?

Dieses Buch gibt es ab € 22,80,  ich habs bei Amazon gekauft.

Modell-Dampf-Lok – Bau und Betrieb, Herbert Salzburg

Modell-Dampf-Lok – Bau und Betrieb
ein Taschenbuch, erschienen im Alba-Verlag
von Herbert Salzburg, 1989

2014-12-23 22_24_41-Modell-Dampf-Lok - Bau und Betrieb_ Amazon.de_ Herbert Salzburg_ Bücher

Ganz am Anfang meines Interesses nach Dampf, also auf der Suche nach erstem Wissen über den Echt-Dampflokbau bin ich auch auf dieses Büchlein gestossen. Hie und da ist es in den diversen Modellbauforen als „veraltet“ verschrien, aber genau das war für mich damals doch der grösste Vorteil. Hier wird nicht auf vielen Seiten über Theorie und die Geschichte von Dampfmaschinen gelabert, sondern es wird dem Leser auf einfache Art beigebracht, wie man ohne viel Werkzeug Stangen- und Plattenmaterial in wunderschöne einfache, aber ausbaufähige Dampflokomotiven verwandelt.

Für komplexe Teile (Zylinder, Kessel, etc.) wird der Zukauf empfohlen – naja, mit damaligem Marktverhalten. Inzwischen wird das wohl nicht mehr ganz stimmen, auch gibt es inzwischen neuere Technologien, wie z.B. Gasbrenner. Aber das war mir ohnehin egal. Warum? Erst nach diesem einfachen Buch hatte ich mich über kompliziertere Bücher getraut. Es hat mir das nötige Selbstvertrauen gegeben, mit dem Hobby weiter zu machen. Meine Zylinder und Kessel möchte ich nun selberbauen. Schauen wir, ob mir dieses Buch genug Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben hat. Große Probleme löst man, indem man es in viele kleine Probleme zerlegt. Somit ist dieses Buch am Beginn eine folgerichtigen Kette genau richtig.

Um sensationell günstige € 5,00 auf Amazon erhältlich – noch, würde ich sagen, also rasch zuschlagen, bevor es vergriffen ist (Amazon versendet ab € 29,00 kostenfrei, also noch etwas dazubestellen?).

 

Building Small Steam Locomotives, Peter Jones

Building Small Steam Locomotives: A Practical Guide to Making Engines for Garden Gauges

building small steam locomotives - Peter Jones

Die offizielle Buchbeschreibung lautet:

If you have an ambition to build a small live steam locomotive, but are daunted by the skills required, then this book is for you. Written in his clear and encouraging style, Peter Jones demystifies the whole process for those with little or no previous experience. Contents include: An explanation of terms; Basic metalworking processes; Step-by-step project guides; Machining; Boilermaking; Painting; and Finishing. Fully illustrated throughout with color photographs and drawings, and including appendices of suppliers and societies, this is an invaluable work for the railway modeler“

Ich habe mir das Buch wegen dieser Beschreibung gekauft, aber auch, weil es in der Echtdampfszene sehr gelobt wird. Die Sprache ist allerdings englisch, und das nicht von der leichtesten Art. Nebenbei liegt beim Lesen immer mein Smartphone mit der Leo-Sprachübersetzer-App drauf, obwohl ich durchaus gewohnt bin, englische Literatur flüssig zu lesen. Dieses Buch war schon einmal vergriffen und seit einiger Zeit gibt es diesen günstigen Reprint (bei Amazon inkl. Versand um € 32,20, im Gartenbahn-Onlinestore um € 28,00 zuzüglich Versand).

Der Inhalt ist dann, mit Hilfe des Übersetzers, sogar für mein eingerostetes Schulenglisch einigermaßen verständlich und das Lesen macht Lust auf mehr. Man sollte hier also nicht zaudern und ich kann empfehlen, das Buch zu kaufen – viele tolle Bilder und trotz der seltenen Vokabel, aber recht fließenden Text, lassen sich manche unbekannte Wörter leicht überspringen. Spätestens nach diesem Buch kann man sämtliche englischen Fachbegriffe zum Thema Livesteam auswendig. Das ist auch bei anderen Hobbys nicht anders, zB. auch beim Fliegen und beim Bootfahren passiert das einfach. Das Buch gefällt mir genauso gut, wie das zeitgleich gekaufte „Building the Shay“ von Kozo Hiraoka. Da sind fast alle Zeilen wertvolles Material, kein Gelabere und sehr viel Möglichkeiten, für eigene Ideen abzukupfern. Zwischendurch wird immer wieder auf notwendiges Werkzeug und auch auf alle gängigen Werkstattarbeiten, die man als Lokomotivenbauer braucht, eingegangen. Das Buch ist nicht für jene gedacht, die wissen wollen, wie Dampfloks funktionieren, sondern wie man sie baut.

Also, hergeben würde ich das Buch nicht mehr. Ich lese noch immer daran, denn einmal lesen und weglegen, geht bei solchen Kompendien gar nicht.

NEU: Literatur – Zerspanung, Bearbeitung von Materialien, Dampfmaschinenbau und andere Leidenschaften

Nachdem ich inzwischen eine größere Büchersammlung fürs Hobby habe, möchte ich die freien Urlaubstage ein wenig dazu nützen, meine Bücher (zumindest einige davon) für Euch vorzustellen. Eine Vorschau habe ich schon mal zusammengestellt – die einzelnen Bücher beschreibe ich dann in der nächsten Zeit für Euch.

Fotomontage Bücher

Neben den klassischen (alten) Büchern, die teilweise schon vergriffen sind, habe ich auch einige Taschenbücher von vth, viele Magazine (Maschinen im Modellbau, einige Büchlein aus „Workshop Practice Series“, das „Model Engineers Workshop Magazine“, Bücher über Fertigungsverfahren, Dampfmodellbau, da wiederum insbesondere über Echtdampflokomotiven und auch noch etliche Hefte vom berühmten, leider zu früh verstorbenen D.M.C Dietmar M. Carsten. Dazu noch echte, seltene Schmankerln, wie zB. das vergriffen Buch „die Werkzeugmaschine von Heinrich Gerling“, die 4 Hefte auf DVD „Die Dampflokomotiven – Technik und Funktion“ und vieles mehr.